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Wer macht mit beim Autokilometer-Sparen?

Wer macht mit beim Autokilometer-Sparen?

„Wer macht mit beim Autokilometersparen?“ betitelt die RNZ ihren heutigen Artikel zur move-Verkehrsparkampagne und zum Stand der Zusteiger-Mitnahme.

Wer macht mit beim Autokilometer-Sparen?

Verkehrsinitiative „Move“ hat bereits prominente Mitstreiter für die neue Kampagne gewonnen

Wiesloch. (oé) Vor zwei Monaten hat die Verkehrsinitiative „Move“ ihre neue Kampagne „Wir sparen eine Million“ gestartet (die RNZ berichtete). Deren Ziel ist es, bis ins Jahr 2010 hinein eine Million Autokilometer einzusparen, indem Verkehrsteilnehmer sich anders fortbewegen. Wie das geht, erläutert „Move“-Projektleiter Wolfgang Widder: Statt des Autos kann man zum Beispiel öfters das Fahrrad oder Bus und Bahnen benutzen. Oder man bildet Fahrgemeinschaften für die Fahrt zur Arbeit oder zum gemeinsamen Sporttraining. Auch ein anderes „Move“-Projekt, die Zusteiger-Mitnahme“, bietet sich als Mobilitäts-Alternative an. Dabei geht es Wolfgang Widder zufolge gar nicht darum, dass jeder Teilnehmer „riesige Summen“ an Autokilometern einspart. „Auch kleinste Portionen zählen“, betont der „Move“-Projektleiter. Der hat für seine Aktion schon eine Reihe prominenter Mitstreiter gewinnen können.

Wieslochs OB Franz Schaidhammer zum Beispiel hat sich vorgenommen, einmal pro Monat mit dem Rad zur Arbeit zu fahren. Außerdem will der Rathaus-Chef jede zweite Dienstfahrt nach Karlsruhe künftig mit der S-Bahn machen. Für Fahrten in die Landeshauptstadt Stuttgart nutzt er schon seit vielen Jahren die Bahn. Auch bei den Bürgermeistertreffen werden Schaidhammer zufolge Fahrgemeinschaften gebildet und kürzlich erst hat die Stadt für eine Dienstversammlung mit den Rathaus-Kollegen in Walldorf einen Bus für die Mitarbeiter gemietet. Allein durch diese Aktion wurden in der Summe sicher „einige hundert Autokilometer gespart“, ist sich Wieslochs Rathaus-Chef sicher. Auch für private Besuche bei Freunden wollen Schaidhammers erstmals auf die Bahn umsteigen. Ein ebenso begeisterter Teilnehmer an der Aktion „Wir sparen eine Million“ ist Christopher Schmidt von der Werbegemeinschaft Wiesloch und dem Verein „WieslochCard“. Seit einem halben Jahr fährt er mit dem Rad zur Arbeit. Auch wenn das immer nur gut eineinhalb Kilometer pro Strecke sind, kommt so übers Jahr doch allerhand zusammen. Christopher Schmidt fände es auch „toll“, wenn sich die Zahl der Kunden steigern ließe, die mit dem Rad zum Einkaufen in Wieslochs Innenstadt kommen. Denn „RadKunden“ sind den Erfahrungen der Werbegemeinschaft zufolge „treue Kunden“.

1000 Autokilometer hat der Vorsitzende des „WieslochCard“-Vereins allein neulich gespart, als er auf der neuen Hochgeschwindigkeitsstrecke mit der Bahn nach Paris fuhr. Sonst ist er die Strecke mit dem Auto gefahren. „Aber das ist Vergangenheit“, zeigt sich Christopher Schmidt von der Alternative „Bahn“ überzeugt. Die Menschen dazu zu bringen, über ihre Mobilitätsgewohnheiten nachzudenken, ist Wolfgang Widder zufolge ein Kernanliegen der Verkehrsinitiative „Move“. Dem dienen Projekte wie „Vier statt fünf“, bei dem es darum geht, einmal in der Woche das Auto stehen zu lassen und mit Bus, Bahn oder per Fahrgemeinschaft zur Arbeit zu kommen. Statt fünf Mal in der Woche nur vier Mal mit dem Auto zu fahren, bedeutet „eine Einsparung von 20 Prozent“, rechnet Widder vor. Das wiederum spart Energie, reduziert den Verkehrslärm und steigert so die Lebensqualität der Menschen – vor allem entlang der Hauptverkehrsachsen.

Diesen Zielen dient auch das „organisierte Trampen“ der „Zusteiger-Mitnahme“, bei der mittlerweile rund 650 Teilnehmer registriert sind. 35 bis 40 neue Registrierungen zählte Wolfgang Widder allein während einer Werbe-Aktion Anfang Mai, als 17 Aktive als Zusteiger an einem Freitag und Samstag die Funktionsfähigkeit des Systems demonstrierten. Die Präsenz vieler Teilnehmer entlang der Strecke sollte auf das Projekt aufmerksam machen und zeigen, dass es funktioniert. Der Erfolg war Widder zufolge durchschlagend. Selbst für Überzeugte sei es verblüffend und „total motivierend“ gewesen, wie schnell sie mitgenommen wurden. Dabei seien die Zusteiger bei etwa einem Viertel der 166 Fahrten von registrierten Teilnehmern mitgenommen worden. Alle anderen Mitnahmen erfolgten durch noch nicht registrierte Autofahrer.

Die „Move“-Aktivisten nutzten diese Gelegenheit, um das „Zusteiger-Mitnahme“-System vorzustellen und dafür zu werben – mit durchweg positiver Resonanz. Für Wolfgang Widder ein Ansporn, diese Werbe-Aktion zu wiederholen. Weiter werben will der Move-Projektleiter auch für das Projekt „Wir sparen eine Million“. Denn bislang ist man erst bei 22 000 Kilometern angelangt – also noch ein weiter Weg, bis die Million voll ist.
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Optik Billmaier hat eine kleine Feier und die Geschenkkörbe für jene „Move“-Aktivisten gesponsert, die sich bei derWerbeaktion zugunsten der „Zusteiger-Mitnahme“ besonders erfolgreich engagiert haben, von links: Burkhard Billmaier, Anne Jacobi, Ursel Sandritter, Doris Kögel und Jutta Billmaier. Foto: privat

Quelle: RNZ vom 28.5.09