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Tempo 30 ist gut – aber keine Wunderwaffe für alles

Tempo 30 ist gut – aber keine Wunderwaffe für alles

Tempo 30 ist gut – aber keine Wunderwaffe für alles

Im Rahmen des Lärmaktionsplans wird auch “Tempo 30” in Wiesloch weiterhin diskutiert. Für Altwiesloch werden utopische Hoffnungen damit verknüpft. Den RNZ-Artikel und eine Leserbrief-Stellungnahme von move-Sprecher Wolfgang Widder finden Sie hier.

„Tempo 30 könnte Verkehr deutlich mindern“ – Artikel aus der RNZ vom 1.3.2013 (pdf-Datei – öffnet sich in einem neuen Fenster)

Leserbrief zum RNZ-Artikel über Tempo-30 in Wiesloch am 1.3.13

Tempo 30 ist gut – aber keine Wunderwaffe für alles

Es freut einen ja zu lesen, dass Wiesloch jetzt einem weitgehenden „Tempo 30“ näherrückt. Schon das erste Verkehrsforum mit Professor Hartmut Topp hatte dies vorgeschlagen. Der Verkehrsclub Deutschland fordert – wie auch andere – dies schon seit vielen Jahren. Die städtische Lebensqualität steigt, Lärm nimmt ab, vor allem: Unfallgefahren sinken deutlich. Das sind die entscheidenden Ziele.

Wenn man nun aber in der RNZ die Aussage findet, es würden die Fahrzeugzahlen in bzw. durch Altwiesloch um 4.000-5.000 sinken, wenn in Wiesloch Tempo 30 kommen sollte, dann ist das ein völlig unrealistisches Versprechen. Da sollte man den Altwieslochern keine falschen Hoffnungen machen.

Weder die vielen Tausend Fahrzeuge, die Ziele in Wiesloch selbst ansteuern oder von Altwieslochern selbst chauffiert werden, aber auch die meisten anderen werden von Tempo 30 nicht „abgeschreckt“ oder zu anderen Wegen verlockt. Wer durch Altwiesloch (und Wieslochs Innenstadt) ohnehin nur durchfahren will, mag es überlegen, ob ein Ausweichen sinnvoll ist. Ganz wenige Einzelfälle mag es geben, die etwa auf dem Weg von Schatthausen oder Baiertal zur Autobahnauffahrt in Rauenberg endgültig über Dielheim fahren – wenn sie es nicht sowieso schon tun. Wer aus dem Osten ins Industriegebiet in Walldorf oder an den Bahnhof unterwegs ist, verliert bei Tempo 30 in ganz Wiesloch maximal 2 Minuten, eher weniger. Die werden nicht ausreichen, die längere Zeit einer anderen Strecke – es gäbe nur die Variante über Dielheim – auszugleichen. Das gilt noch viel weniger bei einem Ziel in Wieslochs Norden.

Aber vielleicht hat der RNZ-Redakteur ja auch eine Null zuviel ins Spiel gebracht: 400-500 Fahrzeuge weniger, das könnte vielleicht grad so hinkommen… und wär ja auch schon was. Wenn sich dann noch einige Menschen mehr zum Radfahren entscheiden (dessen Zeitnachteile ja bei Tempo 30 abnehmen), umso besser.

Wolfgang Widder, Sprecher der Ortsgruppe des VCD, „move“ (www.move21.de)