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Ruben und Sandra Mieling – Radler des Monats Februar

Ruben und Sandra Mieling – Radler des Monats Februar

Ruben und Sandra Mieling sind die move-Radler des Monats im Februar.

Das Ehepaar Mieling benutzt seit Jahren das Fahrrad als „Autoersatz“. Sie besitzen zwar ein Auto, doch dessen Nutzung konnte durch die Kombination von jeweils mehreren Zielen zu einer Fahrt und dem konsequenten Einsatz des Fahrrads als Verkehrsmittel von etwa 17.000 auf 4.500 Jahreskilometer reduziert werden.

Ruben ist 47 Jahre alt, wurde als Deutscher in Madrid geboren und ist im Kunden-Service Center der Volksbank Kraichgau teilzeitbeschäftigt. Sandra ist 40 und stammt aus Regenstauf/Bayern. Sie ist als Teilzeitkraft bei C&A in Wiesloch tätig. Sie sind seit 1991 verheiratet und wohnen seit 2003 in Baiertal. Radfahren und Wandern gehörten schon immer zu ihren bevorzugten Freizeitbeschäftigungen.

Ruben fuhr früher jeden Tag mit dem Auto nach Wiesloch zur Arbeit, wobei er immer wieder morgens im Stau steckte. Doch statt sich über etwas zu ärgern, wozu er selbst beitrug, zog er die Konsequenzen und stieg 2005 auf öffentliche Verkehrsmittel um. Zu jener Zeit wäre die Benutzung eines Fahrrads außerhalb der Freizeit undenkbar gewesen.

Die Wende kam im Juli 2006: Damals durften beide auf dem Führerstand eines Bernina Express (Rhätische Bahn, Schweiz) mitfahren. Ruben fiel auf, dass Erwin Peng – ein sympathischer Lokführer mit Leib und Seele und ein naturverbundener Mensch – sein Fahrrad im hinteren Führerstand seiner Ge 4/4 II dabeihatte. Darauf angesprochen sagte er ihnen, dass er immer mit dem Fahrrad ins RhB-Depot fahre. Das beeindruckte Ruben nachhaltig: Wenn jener das – bei den harten winterlichen Wetterbedingungen in Graubünden – bewältigte, umso mehr er im klimatisch milden Kraichgau/Rheintal… Also bestellte er ein hochwertiges Trekkingrad, welches im November 2006 ausgeliefert wurde. Seitdem fährt er immer damit zur Arbeit: bis Ende Mai 2010 nach Wiesloch, ab Juni 2010 – nach der Fusion der Volksbank Wiesloch und der Volksbank Kraichgau – nach Rettigheim (28 km hin und zurück). Inzwischen sind 15.500 km zusammengekommen.

Sandra – anfangs noch recht skeptisch – schloss sich im Mai 2008 ihrem Mann an. Ihr Tacho zeigt aktuell stolze 6.700 km an. Mittlerweile fahren beide nicht nur zur Arbeit mit dem Rad, sondern auch zu ihren wöchentlich stattfindenden religiösen Zusammenkünften in Wiesloch, wo sie sich vor Ort umziehen können. Die meisten Einkäufe erledigen sie zu Fuß oder mit dem Fahrrad – dazu gehören die wöchentlichen „Milchfahrten“ zum Bauern im Nachbarort. Ihr Fuhrpark – aktuell zwei Trekking- und zwei Mountainbikes – wird demnächst sinnvollerweise um ein Lastenrad ergänzt.

Als Naturfreunde genießen sie es, soweit wie möglich, im Einklang mit ihr unterwegs zu sein – beispielsweise ohne unnötigen Lärm zu verursachen. Beide sind der Ansicht, dass man sich schwerlich über Verkehrslärm beklagen könne, wenn man sich gleichzeitig ungehemmt daran beteilige. Es sei keine Lösung, Umgehungsstraßen zu fordern, die letzten Endes noch mehr Verkehr anzögen. Vielmehr sei Konsequenz gefragt – selbst wenn sie mit Einbußen in Sachen Bequemlichkeit verbunden sei. Dafür werde man mit herzerfreuenden Naturerlebnissen, körperlichem Wohlbefinden und einem guten Gewissen gegenüber Gott, dem Schöpfer, entschädigt (beide sind christlich orientierte Menschen, und sie versuchen, nach der Devise zu leben: „Alles daher, was ihr wollt, dass euch die Menschen tun, sollt auch ihr ihnen ebenso tun“).

Mit der richtigen Ausrüstung könne man sich jeder Wetterlage anpassen – bei Eis und Schnee kämen beispielsweise Winterreifen mit Spikes zum Einsatz. Hochwertige Sportkleidung aus feiner Merinowolle habe sich hervorragend bewährt: Im Gegensatz zu Synthetik stinke sie nicht! Eine Sicherheitsausrüstung mit Helm, Rückspiegel und leistungsfähiger Beleuchtung mit Tagfahrlicht – bei Fahrten in der Dunkelheit um eine Reflektorschärpe ergänzt – sei für sie unverzichtbar. Bei der Wahl ihrer Ausrüstung gelte stets der Leitsatz: „Wir sind zu arm, um uns billige Sachen zu kaufen“.

Nach Problemen gefragt berichten beide von ungeduldigen Autofahrern (es ginge oft um wenige Sekunden (!) Zeitersparnis), die die Vorfahrt verletzen, an unübersichtlichen Stellen oder mit unzureichendem Abstand überholen und so leichtfertig die Gesundheit eines anderen Menschen aufs Spiel setzen würden. Ein weiteres Thema sei das illegale Parken auf Bürgersteigen und Radwegen – ein weitverbreitetes, rücksichtsloses Verhalten, das jedoch von zahlreichen Stadtverwaltungen geduldet oder bestenfalls halbherzig angegangen werde. Zu bedauern sei aber auch, dass etliche Radfahrer ohne oder mit nicht vorschriftsmäßiger Beleuchtung unterwegs seien.

Ruben und Sandra Mieling – Radler des Monats Februar 2012

Ruben und Sandra Mieling – Radler des Monats Februar 2012