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Radfahrer des Monats November: Erwin Leuthe

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Radfahrer des Monats November: Erwin Leuthe

10. November 2008

Erwin Leuthe ist seit Dezember 2000 Bürgermeister und technischer Beigeordneter der Stadt Wiesloch. Der gebürtige Freiburger war davor 9 Jahre Leiter der Stadt- und Verkehrsplanung in Forchheim, einer Stadt mit 31.000 Einwohnern zwischen Nürnberg und Bamberg.

Er fährt Rad, weil es Spaß macht und zur Gesunderhaltung beiträgt. „Ich bin ein Allwetterfahrer“, sagt er, “das ist nur eine Frage der richtigen Kleidung“.

„Während der Zivildienstzeit in Holland, im Jahr 1974/75, habe ich das Radfahren für mich wiederentdeckt“, erklärt Erwin Leuthe. „Da habe ich gesehen, welch wichtige Rolle der Radverkehr im Rahmen des innerstädtischen Verkehrs spielen kann“. Er wurde Mitglied im Allgemeinen Deutschen Fahrrad Club (ADFC) und hat im Rahmen dieser Mitgliedschaft einige Fahrradfreizeiten organisiert. „Seit ich in Wiesloch bin, habe ich aus Zeitgründen kaum noch Radtouren unternehmen können“, räumt er ein, „aber ich lege fast alle innerstädtischen Wege mit dem Fahrrad zurück.“ Ein besonderer Anblick ist sicher dem Bürgermeister mit Geschenken für Jubilare auf dem Rad in Wiesloch zu begegnen wie auf unserem Bild zum Radler des Monats. Er versucht des Weiteren, so oft es geht, eine kleine oder größere Frühsportrunde mit dem Fahrrad zu drehen, damit sein Kreislauf gut in Schwung kommt.

„Ich habe bereits eine gute Radverkehrsregelung vorgefunden, als ich nach Wiesloch kam“, findet Erwin Leuthe. So konnten zum Beispiel die Einbahnstraßen bereits in der Gegenrichtung befahren werden. An der Schloßstraße hat er dazu angeregt, die Position von Radweg und Autoparkstreifen zu vertauschen und die Aufstellung vor der Ampel für Radfahrer zu installieren, an verschiedenen Stellen sind bei Eckpunkten Bordsteine abgesenkt worden: Maßnahmen, welche die Sicherheit und Flüssigkeit des Radverkehrs erhöhten. Erwin Leuthe hat sich auch für gute Radwegverbindungen Nord/Süd und Ost/West durch Wiesloch eingesetzt. Auch die übergeordneten Wege lagen und liegen ihm am Herzen, wie der Radweg entlang der B3 nach Malschenberg oder der Weg am Schwimmbad vorbei. „Den größten Bedarf sehe ich in einem Steg, der von der Parkstraße geradewegs nach Walldorf führt“ sagt er, „und die Beleuchtung der Wege von Schatthausen, Dielheim oder Rauenberg nach Wiesloch, die auch von Schülern viel genutzt werden.“ Aber das ist aus Kostengründen derzeit leider nicht durchführbar.

Viel trug er zur Verbesserung der Infrastruktur bei, z.B. durch das Aufstellen von Fahrradgaragen am Bahnhof und das Errichten von Radabstellanlagen im Innenstadtbereich, eine davon sogar überdacht. Weiterhin hat Erwin Leuthe die Anschaffung von Diensträdern betrieben, sowie die sichere Abstellung dieser und der Räder der Rathausangestellten in Verschlägen in der Tiefgarage des Rathauses.

„Nicht zufrieden bin ich mit der zu kleinen Beschriftung der Radwegschilder“, sagt er. „Für bessere bundeseinheitliche wird es möglicherweise zukünftig Mittel vom Land geben“. Erwin Leuthe ist Mitglied beim Arbeitskreis „Runder Tisch Radverkehr“ des Innenministeriums des Landes Baden Württemberg und nimmt so auch an der Debatte überregionaler Regelungen und Konzepte teil.

Zum Abschluss unseres Interview formuliert Erwin Leuthe ein weiteres Anliegen „Ich wünsche mir, dass eine Fahrradstation am Bahnhof eingerichtet wird, wo jeder gegen eine geringe Gebühr sein Rad sicher abstellen kann. Diese Station könnte von einem sozialen Träger übernommen werden. Sie wäre sinnvoll mit einem kleinen Reparaturservice und einem Fahrradverleih erweiterbar.“

Erwin Leuthe

Erwin Leuthe