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Neue Schnellbusse sollen den Nahverkehr weiter verbessern

Neue Schnellbusse sollen den Nahverkehr weiter verbessern

Auf der Basis von Vorschlägen der move-ÖPNV-Gruppe ging es im T+U-Ausschuß des Wieslocher Gemeinderats um Verbesserungen auf der Strecke der Linie 707 bzw. erste Anschlußmöglichkeiten an die Elsenztal-S-Bahn. Die RNZ berichtete darüber.

Quelle: Rhein-Neckar-zeitung vom Fr., 12.03.2010

Wieslochs Ausschuss für Technik und Umwelt beschäftigte sich mit Vorschlägen von Move für die Linie 707 nach Schatthausen

Wiesloch. (aot) Die Verkehrsinitiative „Move“ (Mobilität bewahren, Verkehr sparen) setzt sich für eine Verbesserung des Nahverkehrs ein. Dazu hat sie in der jüngsten Sitzung des Ausschusses Technik und Umwelt weitere Vorschläge gemacht. Sie schlug zwei weitgehend kostenneutrale Maßnahmen zur Verbesserung der Linie 707 (Wiesloch-Walldorf Schatthausen) vor: für eine kürzere Fahrzeit und für die Anbindung an das Elsenztal und dort an die neue S-Bahn.

Schon jetzt gibt es eine Schnellbusverbindung von Schatthausen zum Bahnhof Wiesloch-Walldorf um 6.30 Uhr, die den Schwenk durch Baiertal über „Alte Bahnhofstraße“ und „Lederschenstraße“ nicht macht. Dadurch wird die Fahrzeit um acht auf 25 Minuten verkürzt. Move schlägt nun vor, in der umgekehrten Richtung um 17.03 und 18.03 Uhr (Abfahrt Wiesloch-Walldorf) zwei neue Schnellbus-Linien einzurichten. Bemängelt wurde von einzelnen Ausschussmitgliedern, dass dann fast zur gleichen Zeit zwei Busse hintereinander in die gleiche Richtung fahren würden und sich die Fahrgäste lediglich auf zwei Busse verteilten. Dem wurde entgegengesetzt, dass zu dieser Zeit die Busse überfüllt seien und ein verbessertes Angebot auch neue Fahrgäste anziehen würde. Dies könne man schon seit Bestehen der S-Bahn feststellen.

Die große Mehrheit des Gremiums stimmte den neuen Schnellbus-Linien auch in der Erwartung zu, dass die Verbesserung des Angebotes keine zusätzlichen Kosten verursacht. Nach den Ausschreibungsrichtlinien müssten nämlich Angebotsanpassungen bis zu vier Prozent vom Verkehrsunternehmen erbracht werden und nach Meinung von Oberbürgermeister Franz Schaidhammer fällt der Vorschlag unter diese Bestimmungen.

Entschieden werde dies aber durch den Landkreis und die zentrale Vergabestelle des VRN. Sollte der Antrag dort wider Erwarten abgelehnt werden, kämen auf die Stadt jährliche Mehrkosten in Höhe von 7500 Euro zu. Auch dem würde der Ausschuss zustimmen, wenn die Kosten innerhalb des genehmigten Haushaltes durch Umschichtung frei würden. Ansonsten will der Ausschuss im Rahmen der Haushaltsberatungen für das Jahr 2011 neu darüber entscheiden.

Eine weitere Möglichkeit ist der Anschluss an die S-Bahn im Elsenztal. Er ist zu bestimmten Zeiten ohne weitere Kosten realisierbar, da laut SWEG Leerfahrten von Schulbussen dafür genutzt werden könnten. So in Wiesloch-Walldorf im Anschluss an die aus Richtung Heidelberg kommende S-Bahn um 5.30 Uhr und aus Richtung Bruchsal kommend um 6.30 Uhr. Als Schnellbusse könnten sie die S-Bahnen Richtung Heidelberg um 6.02 Uhr ab Mauer und 7.08 Uhr ab Reilsheim anfahren. In der Gegenrichtung könnten in Mauer die um 13.24 und 14.54 Uhr ankommenden S-Bahnen in Richtung Bahnhof Wiesloch-Walldorf bedient werden. In Wiesloch-Walldorf wäre dann ein Anschluss an die gegen 14 und 15.30 Uhr ankommenden S-Bahnen sowohl in Richtung Heidelberg als auch Richtung Bruchsal möglich.

Um den Verkehr Richtung Innenstadt zu verringern, muss nach dem ausgewiesenen Verkehrsexperten Klaus Rothenhöfer (SPD), langfristig eine ganztägige Anbindung an die S-Bahn im Elsenztal angestrebt werden. Aber dies mache erst bei einem durchgängigen Viertelstundentakt der Linie 707 Sinn. Bisher seien die Wartezeiten in Mauer zu lang, da sich die Linie an den Haltezeiten in Wiesloch-Walldorf orientieren müsse. Die Verwaltung erhielt vom Gremium schließlich den Auftrag, die Kosten zu prüfen, wenn die Busse ganzjährig und nicht nur zu Schulzeiten eingesetzt würden.