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Move-Zusteiger-Mitnahme: Auswertung der elektronischen Umfrage unter Registrierten vom Oktober 2009

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Move-Zusteiger-Mitnahme: Auswertung der elektronischen Umfrage unter Registrierten vom Oktober 2009

15. November 2009

Um die Zusteiger-Mitnahme weiter zu verbessern, fand in den letzten Wochen eine elektronische Umfrage unter den Registrierten statt. 4% reagierten. Die Ergebnisse und Vorschläge, die am 20.11., 19 Uhr, in Langens Turmstuben diskutiert werden sollen, finden Sie hier

Rücklauf
Es kamen insgesamt 28 Antworten zurück, darunter mehrere, die sich durch die Mail erinnern ließen, ein neues Auto zu fahren und somit einen neuen Aufkleber zu benötigen.
Bei rund 600 durch Mail Erreichbaren sind das etwa 5 %, zieht man die „Aufkleberanforderungen“ ab, werden es knapp 4 %.

Die Antworten
Die ersten drei Fragen richteten sich an die ca. 200 Personen, die einen Zusteiger-Ausweis haben. Von diesen sind allerdings rund 40 nicht elektronisch erreichbar, auch dürften rund 50 gar nicht auf der Strecke Schatthausen-Wiesloch unterwegs sein.

Die Frage 1 lautete:
Welche Erfahrungen haben Sie konkret gemacht, die wir bei der Weiterentwicklung des Systems kennen bzw. berücksichtigen sollten?

EH: Hinweise an als Mitnehmende Registrierte, dass sie a) auch wenn sie oft niemand sehen, ihre Aufmerksamkeit weiter auf die möglichen Zusteigestellen richten mögen (v. a. Bushaltestellen). Immer wieder fahren welche vorbei, weil sie nicht aufmerksam sind. b) dass auch Teilstrecken in Frage kommen (nochmal vielleicht auch per mail oder auf der homepage betonen). Manche fahren weiter, wenn ich die Zielkarte Bahnhof habe.

Frage 2 lautete:
Was haben Sie von Mitnehmern evtl. gehört, was nicht vergessen werden sollte?

BE nennt: Konkurrenz zum öff. Nahverkehr, wenn die Bushalte Buchten genutzt werden.
GK: Die freuen sich schon, einen mitzunehmen, aber es passiert halt zu selten. Und dann denkt man gar nicht mehr dran.

Frage 3 richtete sich an Personen mit Zusteigerausweis, die es aber bisher noch nicht versucht haben, mitgenommen zu werden: „Was hinderte Sie bisher daran, es auszuprobieren?“
Es wurden etliche Antwortalternativen vorgeschlagen:

a) Ich glaube nicht, daß ich tatsächlich mitgenommen würde
b) Ich bin mir einfach nicht sicher, ob ich nicht doch an unangenehme Leute geriete
d) Die Vorstellung, ein Auto nach dem andern fährt vorbei, ohne anzuhalten, „kränkt“ mich schon vorher
e) Die Leute könnten denken, ich sei zu arm, um mir ein Auto zu leisten
f) Ich stelle es mir schwer vor, ins Gespräch zu kommen – oder zu schweigen
g) Ich weiß nicht, ob ich mich trauen würde, eine Mitfahrt abzulehnen, wenn mir die Person am Steuer nicht sympathisch ist
h) Ich habe ganz vergessen, daß ich dabei bin!
i) es gäbe schon Gelegenheiten, aber dann denke ich doch wieder nicht dran

Zu all diesen Alternativen gab es keine Nennung. Das kann angesichts der kleinen Antwortzahl aber kaum interpretiert werden, schon gar nicht so, dass die Gründe/Alternativen nicht bedeutsam sein könnten.

Die Alternative c): „Ich will die doch teilweise ungewissen Wartezeiten nicht auf
mich nehmen“ wurde von vier Personen genannt, unter anderem von CW: „Wenn ich die Zeit planen kann, ist der Bus meistens gut genug als Alternative. Wenn ich spontan sein muss, greife ich zum eigenen Auto. Am ehesten könnte ich mir also das Zusteigen am Wochenende vorstellen!
Allerdings ist meine Befürchtung, dass abseits der Hauptstraßen (ich wohne in der Nähe der Schule in Baiertal) wenig mitnahmebereite Autos unterwegs sind. Bis zur Baiertaler „Durchfahrtsstraße“ laufe ich gut 10 Minuten. Dies stellt für mich eine Hürde dar, move bringt gegenüber dem Bus dann keinen Zeitvorteil“.
SH schreibt: „Ich habe oft einen so straffen Terminplan, dass ich keine Zeit-Puffer habe und es mich abschreckt, 10 min oder mehr warten zu müssen. Ich muss jedoch dazusagen, dass ich vermutlich verwöhnt bin, da mein Wagen in der Garage steht…“

k) andere Gründe:
SH: Ich habe ein kleines Kind und habe bei der Anmeldung gar nicht bedacht, dass ich meistens mit Kind unterwegs bin. Ein Move-Auto mit leerem Kindersitz zu finden, würde vermutlich die Wartezeit nochmal deutlich erhöhen – auch das schreckt mich ab.
BE: wenn mein Auto ausfiel, hatte ich immer die Alternative : Fahrrad. (Fast gleichlautend: BA und GR)
RF: Bin praktisch nur beruflich unterwegs
TP: ich hatte bis jetzt noch niemanden der zugestiegen ist und muss zu meiner Schande gestehen dass ich lieber selber fahre als mich mit den Kärtchen an die Strasse zu stellen
und nicht genau zu wissen wo ich abgesetzt werde. Das ist ausschliesslich Bequemlichkeit. Ich habe mir aber vorgenommen es in Zukunft zu versuchen. Da ich sehr wenig Auto fahre und wenn ich nach Wiesloch fahre einkaufe mochte ich mich auch nicht der „Gefahr“ aussetzen mit 3 Taschen auf eine Mitfahrgelegenheit zu warten bzw. vielleicht damit durch halb Baiertal laufen zu müssen. Aber wie gesagt: Ich werde es in Zukunft mal versuchen.
WE: Ich denke einfach zu spät dran, und dann ist kein Ausweis dabei.
CH: Wir fahren jetzt öfter zusammen, sprechen uns ab, ich brauche das System einfach nicht.

Frage 4 richtete sich an alle Registrierten:
„Gibt es Ideen von Ihnen, was wir noch zum Erfolg des Systems tun könnten, v.a., wie wir die Zusteigebereitschaft erhöhen könnten?“

Hierzu gab es folgende Mitteilungen:

Werbung live durch Registrierte:
CW: geben Sie registrierten „Mitnehmern“ bei der Registrierung Werbe- und Anmeldematerial mit. Wer bei move ist, hat ggfs. auch eine höhere Bereitschaft, „normale“ (nicht-move) Anhalter mitzunehmen. Wenn man die Unterlagen immer im Handschuhfach hat, könnten während der Fahrt „normale“ Anhalter“ für die Registrierung gewinnen.
BE: langfristig besser als Z-M -Testtage (aber mühsamer) wären vielleicht individuell organisierte Testfahrten rund ums Jahr.
SW: Jeder könnte doch immer mal wieder werben. Wenn ich jemanden sehe, nehme ich ihn mit, auch ohne Schild, könnte ihm dann Euren Flyer geben.

Werbung zu Stoßzeiten an Bushaltestellen
EW: immer wenn ich an einer Haltestelle vorbei fahre und dort Wartende sehe, die aber offensichtlich nicht zur Zusteigergruppe gehören, habe ich die Fantasie (leider nicht die Zeit), anzuhalten, auszusteigen und genau diese Leute zu informieren ( oder auch zum Thema zu befragen, warum sie nicht teilnehmen). Das könnte ich mir erfolgversprechend vorstellen, weil es dann „eine persönliche Note“ bekommt, ist allerdings wohl mühsam und personalaufwendig.
CW: Wenn eine Uhrzeit bekannt ist, zu der Mitnahmen sehr wahrscheinlich sind, könnte ein Mitarbeiter an der Bushaltstelle Plakate anbringen oder Wartende über move informieren. Bei Interesse könnte vor Ort das Potenzial angetestet und demonstriert werden:
Werber fragt: „Wohin soll’s gehen?“. Busreisender: „Nach xxx“. Werber: „Kennen Sie move? Könnten Sie sich vorstellen in einem Privatfahrzeug zuzusteigen?“ Dann gemeinsam mit den move-Ausweisen ein Fahrzeug anhalten und ein gemeinsames Gespräch mit dem Fahrer. Unterlagen mitgeben und den Fahrgast mit move schneller als mit dem Bus ans Zeil bringen lassen, während der Werber den nächsten Wartenden überzeugen kann.

„Mitnehmer“ könnten im vorraus über eine solche Aktion und mögliche Zusteigeorte informiert werden, um die Aufmerksamkeit zu erhöhen.
GG: an den Haltestellen sollten die Kennzeichen für ZMS deutlicher werden. Die kleinen Aufkleber sind kaum sichtbar.
GG: Vielleicht könnte man im Internet auch eine Landkarte mit den
Haltestellen machen (bzw. beim Anmelden mitgeben)

Zur Bezahlung:
SH: mir kommt der Preis von 1€ pro Mitnahme zu hoch vor. Gerade bei kurzen Strecken (Baiertal => Wiesloch) finde ich das einfach zu teuer. Für Zeitkarteninhaber des ÖPNV sowieso, denn die haben ja bereits ihre Summe bezahlt, aber auch für PKW-Fahrer, die dann vielleicht lieber mit dem eigenen Wagen fahren und die 2 € in immerhin 3h20 min parken investieren könnten. Gerade für kurze Besorgungen in der Stadt erscheint mir das nicht wirklich attraktiv. Ich bin mir sicher, dass Sie bei move sich intensive Gedanken um den Aspekt des „Bezahlens“ gemacht haben und sehe natürlich auch die Vorteile Ihgres Modells. Ich bin mir aber nicht sicher, ob man den Preis evtl auf 50 ct herabsetzen sollte, um so die Zusteigebereitschaft zu erhöhen. Den Autofahrern würde dies nichts ausmachen (die haben ja sowieso ihre Kosten und freuen sich über jeden zusätzlichen Beitrag), aber für die Zusteiger wäre das vielleicht ein kleines Lockmittel!

Sonstige Aspekte b zw. Mitteilungen:
CB: Ich habe bislang erst eine Person gesehen, die offenbar eine Mitnahme wollte, war selbst aber in der entgegengesetzten Richtung unterwegs. 760 hört sich viel an. Ist aber für einen Tagesverlauf wenig. Ebenso 200 für die Mitnehmer, weil die Strecke dann doch nur zu definierten Zeiten gefahren wird, jedoch nicht zu exakten Zeitpunkten, wie bei öffentlichen Verkehrsmitteln.
EH: Bei der Werbung für das Zusteigen, hinweisen drauf, dass man sich absichern kann, indem man in „Zwischenzeiten“ zwischen dem Bustakt sich hinstellt. Vielleicht immer wieder besonders in Gruppierungen, die sich mit Natur und Gesundheit beschäftigen, hinweisen darauf, dass die Entwicklung des „Bürgertaxis“ ein ganz wichtiger Baustein sein kann zu einer Verbesserung von Luft, Wasser, Minderung von Individualverkehr etc.
Bei den NeubürgerInnen weiter (?) gezielt die Möglichkeit der Zusteiger-Mitnahme bewerben. Dabei betonen, dass es ein Projekt im Aufbau ist, das zunächst ein Stück Idealismus und Engagement erfordert. Diese Punkte müssten auch immer wieder in der Pressearbeit, wenn es passt deutlich gemacht werden. Und auch im Gemeinderat bzw. anderen Stellen, wo es um Förderung von move geht. Die schon Registrierten für das Zusteigen, sich zu verabreden, bzw. sich zu zweit hinzustellen, um die Hemmschwelle abzubauen.
FB: Ich bin registriert um Menschen mitzunehmen, eine Inanspruchnahme der Mitnahme meinerseits macht zur Zeit wenig Sinn. Ich habe lediglich ein Zettel mit Adresse und Kennzeichen erhalten; diesen werde ich mir aber nicht an die Windschutzscheibe kleben. Ich denke nicht, dass jeder Wildfremde erfahren muss, wem das Auto gehört und wo er wohnt.
GG: den sozialen Aspekt des Zusammengekommens mit anderen Menschen habe
ich als positiv empfunden. Auch die unterschiedlichsten Autos waren ein Erlebnis.
MP: wir sind zwar schon von Anfang an registriert, jedoch konnten wir zwischen Dielheim und Wiesloch noch niemanden mitnehmen. Wir sind eigentlich alle auf öffentliche Verkehrsmittel und Fahrrad umgestiegen, was mit sich bringt Einkäufe, Arzttermine oder andere Fahrten gut überlegt zu terminieren bzw. wahrzunehmen. Zudem kam ein Jobwechsel dazu,sodass ich zu Fuß gehen kann und nicht mehr täglich nach Wiesloch fahre. Außerdem haben wir unseren Zweitwagen abgeschafft. Und ja natürlich haben wir unseren gelben Aufkleber am Auto.
OF: Ich fahre zwar täglich Walldorf-Neckargemünd, habe bisher niemanden an der
Straße stehen sehen? Vielleicht fahre ich auch zu früh, zu spät?
RK: ich habe den Aufkleber schon lange an der Windschutzscheibe, aber bislang ist mir nie eine Zusteigewillige/r begegnet.
VB: Was nichts kostet ist nichts könnte ein Grund sein das nicht mehr geht. Ich denke nur durch einen genialen Marketingschachzug läßt sich da was machen, Trendy muß es sein. Naja, konstruktiv war meine Antwort halt jetzt nicht. Wenn ich gelegentlich einen Anhalter mitnehm erzähl ich von diesem Aufkleber und dem Projekt, mehr lässt meine zeit nicht zu.
AU: Wir wohnen in Dielheim.
Generell: Ich habe seit meiner Registrierung erst 1 Person zum Mitnehmen entdeckt, und die wollte genau in die entgegengesetzte Richtung fahren.
Ich finde es schade, dass so wenige von dieser genialen Idee Gebrauch machen. Wahrscheinlich leben wir in einer zu „modernen“ Welt, in der viele vornehmlich an ihre „eigene Nase“ denken und da steht die eigene Flexibilität und Zeit mit an erster Stelle.
Wir persönlich nutzen seit move viel mehr die eigenen Füße und das Fahrrad, setzen das Auto auf Kurzstrecken viel effektiver ein.
Bitte macht trotzdem weiter, vielleicht fruchtet es irgendwann bei vielen anderen.

Wolfgang Widder, move-Projektleiter, 11.11.09

Diskussion der Ergebnisse und Vorschläge am Freitag, den 20.11., 19 Uhr, in Langens Turmstuben in Wiesloch (move-Beratungsgruppe)