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Move stellt vier „Radler des Monats“ vor

Move stellt vier „Radler des Monats“ vor

In Ihrer heutigen Ausgabe stellt die Wieslocher Woche die vier „Radler des Monats“ der letzten monate vor.

Seit einigen Monaten kürt die move-Radgruppe bemerkenswerte Radlerinnen und Radler.

Juli: Dr. Roland Münz-Berti, Wiesloch

Dr. Roland Münz-Berti ist Arzt für Allgemeinmedizin in Wiesloch. Seit er mit der Familie in Wiesloch lebt, also seit gut 20 Jahren, macht er die routinemäßigen Hausbesuche in Wiesloch mit dem Fahrrad.
“Am Anfang war es für die Patienten schon ein wenig gewöhnungsbedürftig“, sagt Dr. Roland Münz-Berti, “weil ich der einzige Kollege war, der die Besuche mit dem Fahrrad erledigt hat. Mittlerweile gibt es weitere Kollegen, die auch schon mal das Fahrrad nehmen. Da ich in der Nähe der Praxis wohne, kann ich, wenn es wirklich schnell gehen muss, oder der große Arztkoffer benötigt wird, in kürzester Zeit das Auto holen.” Die Befürchtungen einer Patientin aus Baiertal, dass sie ja nicht darauf warten könne, bis er mit dem Rad bei ihr ankomme, konnte er denn auch zerstreuen. Außerhalb der Stadt nimmt er das Auto. “So bin ich noch nie zu spät gekommen”, versichert er.
Es ist ihm wichtig, dass er an der frischen Luft ist, Bewegung hat, auf andere Gedanken kommt und das Gefühl für den eigenen Körper behält. „Vielleicht kann ich auch Patienten dazu bringen, sich mehr zu bewegen und so Vorbild sein in Punkto Bewegung und Umwelt. Mit dem Auto wäre ich da sowieso nicht schneller“ sagt er “und auch aus ökologischen Gründen verzichte ich gerne darauf, da der Spritverbrauch bei diesen Kurzstrecken sehr hoch ist“.

August: Elfriede Hufnagel, Dielheim

Frau Hufnagel gehört mit ihren 67 Jahren zur älteren Radfahrergeneration, für die das Rad von Kindesbeinen an selbstverständliches Mittel der Fortbewegung war. Schon als kleines Mädchen hat sie begonnen, die ersten Fahrversuche auf dem großen Herrenrad ihres Vaters zu machen.
Sie legt ihre Wege ‚im Dorf’ und in der näheren Umgebung wie nach Wiesloch und Baiertal zügig mit dem Rad zurück und freut sich dabei, etwas für sich und die Umwelt zu tun. Das Wetter spielt hierbei keine Rolle, einzig bei Glatteis lässt sie ihr Rad lieber stehen und geht zu Fuß. Dass sie auch einen Führerschein und ein Auto hat, wissen viele ihrer Bekannten gar nicht. Das Auto benutzt sie nur, wenn sie größere Dinge zu transportieren hat oder ihre Enkel mitnimmt. Bei schönem Wetter verabredet sie sich mit ihren Freundinnen zu Radtouren in die schöne grüne Kraichgaulandschaft der Umgebung von Dielheim.
Ein Wermutstropfen ist für sie insbesondere der starke Durchgangsverkehr in Dielheim, da sich die Hauptstraße nicht immer vermeiden lässt. Ihr Tipp ist dann, sich auf keinen Fall an die Bordsteinkante drängen zu lassen, sondern mittig auf dem Fahrstreifen zu bleiben, damit der nachfolgende Verkehr nur dann überholt, wenn auch Platz hierfür ist. Dafür genießt sie dann auf den weiteren Wegen, wie zum Beispiel nach Wiesloch, die Ruhe und die sich im Wechsel der Jahreszeiten verändernde Natur am Rande des idyllischen Fahrradweges entlang der ehemaligen Bahntrasse.
September: Gotthelf Kern, Wiesloch

Herr Kern ist 77 Jahre alt, wohnt in der Alten Heerstraße in Wiesloch und ist Mitglied der move-Fahrradgruppe. Trotz seines Alters ist er noch sehr fit und bestreitet alle Wege in Wiesloch zu Fuß oder mit dem Fahrrad. Obwohl er sich selbst als unsportlich bezeichnet, fährt er beachtliche 700 bis 900 km im Monat!
Vielen Bürgern in Wiesloch ist Herr Kern zumindest vom Sehen her bekannt, denn mit seinem Sesselrad („Liegerad wäre nicht die richtige Bezeichnung“), das er übrigens selbst zusammengebaut hat, ist er alles andere als ein unauffälliger Verkehrsteilnehmer.

Als Hauptbeweggrund fürs Fahrradfahren gibt Herrn Kern ökologische Gründe an. „Die Lebensgrundlage für uns und unsere nächsten Generationen muss erhalten bleiben. Dies sollten wir in unseren Köpfen umsetzen!“
Herr Kern ist ein sehr kommunikativer und hilfsbereiter Mensch. Wenn er mit seinem Fahrrad unterwegs ist spricht er gerne Leute an, von denen er den Eindruck hat, dass sie Schwierigkeiten mit ihrem Fahrrad haben. Auf diese Weise macht er oft interessante Erfahrungen. Eine nette Geschichte erlebte er einmal auf dem Weg nach Heidelberg. Er beobachtete einen älteren Mann, der auf einem Feldweg sein Fahrrad schob. Nach einem kurzen, fachkundigen Blick konnte Herr Kern keine offensichtliche Panne an dem Fahrrad entdecken. Also sprach er den Mann an und erkundigte sich, ob er ihm helfen könne. „Nein, vielen Dank!“ erwiderte der Mann, „es ist nur so: mein Arzt hat mir empfohlen viel zu Fuß zu gehen. Aber wie soll ich ihm denn meine gelaufene Strecke ohne Fahrradtacho nachweisen?“
Wozu ein Fahrrad doch alles gut sein kann …

Oktober: Konni Lindauer, Wiesloch

„Mein vierter Winter liegt vor mir“, erzählt Konni Lindauer. Seit fast vier Jahren fährt die Wieslocherin täglich zweimal sechzehn Kilometer – also rund 6000 km im Jahr – zu ihrem Arbeitsplatz am Deutschen Krebsforschungszentrum im Neuenheimer Feld. Grund genug für die move-Radgruppe, sie zur Radlerin des Monats Oktober zu erklären. „Mein großes Vorbild war eine 63jährige, die täglich von Walldorf zum DKFZ radelte. Ich dachte, das solltest Du auch hinkriegen“. Als frühere Marathonläuferin brachte Konni Lindauer sicher schon gute Voraussetzungen mit. Und so konnte sie Sport und Beruf wunderbar verbinden. „Es tut mir einfach an Leib und Seele gut“. „Und jedes Jahr spare ich so rund 400 Liter Benzin. Das nützt der Umwelt und nicht zuletzt auch meinem Geldbeutel!“ Starke Beleuchtungen am Rad selbst und „selbstverständlich auch Katzenaugen, und Blinkys am Rucksack“ sind ihr gerade jetzt im Winter besonders wichtig. Toll findet sie die von move angeregte Fahrrad-Beleuchtungsaktion für Jugendliche, die gerade angelaufen ist.
Was sie immer wieder richtig ärgert, sind die oft aggressiven Autofahrer. „Die machen sich nicht klar, was es für einen Radler bedeutet, wenn er mit wenigen Zentimetern Abstand überholt wird. Ein Schlenker zuviel kann schon zur Katastrophe führen“.

Kontakt: Wolfgang Widder, move-Projektleiter, Tel.: 06222 50144
Quelle: Wieslocher Woche vom 05.11.08