Bild_kopf
Move-Radlerin des Monats April: Ute Jakob

Archiv:

Move-Radlerin des Monats April: Ute Jakob

10. April 2010

Wer auf einem Berg auf dem Land aufgewachsen ist, zum Tennis in den Nachbarort radelte und nicht selten mit dem Rad zur Schule in der neun Kilometer entfernten Stadt fuhr, wie die heute 35 jährige Buchhändlerin Ute Jakob, der kennt die Freuden, aber auch die Mühen des Fahrradfahrens: „Der Heimweg gestaltete sich immer anstrengender, denn auf den letzten drei Kilometern zog sich die Steigung sehr lang. Deshalb habe ich mir immer vorgenommen, wenn ich mal groß bin, möchte ich sehr flach leben, damit ich alles gut mit dem Fahrrad erreichen kann und nicht auf ein Auto angewiesen bin.“

Das gelingt ihr, obwohl sie in Heidelberg wohnt und in Wiesloch – seit zehn Jahren bei Bücher-Dörner – arbeitet. Und Ute Jakob macht das „modern“, sie kombiniert Rad und S-Bahn. „Das Rad nutze ich für die Fahrten zur S-Bahn in Heidelberg und für die Strecke zwischen dem Bahnhof Wiesloch-Walldorf und meiner Arbeitsstelle in Wiesloch.“ Manchmal legt sie auch die komplette Strecke mit dem Rad zurück („zum Beispiel bei Störungen im Betriebsablauf – schon ein paar mal passiert!“). Natürlich kommt ihr zugute, dass sie in Heidelberg-Neuenheim nahe des Neckars wohnt und es somit nicht weit zum Bahnhof hat.

Auch in der Freizeit fährt sie viel Rad: Einkaufen, (auch schon mal bei IKEA in Walldorf), ins Kino gehen… Das wichtigste ist ihr das Gefühl von Unabhängigkeit. „Und das Radfahren macht den Kopf frei!“ Freilich, manchmal kommt ihr die Fahrt zur Arbeit schon wie ein „merkwürdiger Triathlon“ vor: „Es regnet. Die Zeit ist knapp. Radeln, am besten in neuer Bestzeit, die Bahn wartet nicht. Die Wasserschlacht. Gut, es gibt kein schlechtes Wetter, nur die falsche Kleidung. Aber der natürliche Feind sind Pfützen am Straßenrand und unachtsame LKW-Fahrer, die einen schon mal leicht von unten bis oben nass machen können, trotz Regenkleidung. Schlussendlich der Sprint durch den Bahnhof, um noch im letzten Moment in den Zug zu hüpfen. Ich habe aber auch schon sehr entspannte Spaziergänge gemacht, wenn ich bei einer Panne nicht gut ausgerüstet war. Wer sein Fahrrad liebt, schiebt es auch schon einmal von Leimen nach Hause.“

Was sie richtig stört: „Wenn Autofahrer ihre ausgetrunkenen Glasflaschen aus dem Auto auf den Geh- bzw. Radweg zwischen Bahnhof und Wiesloch geworfen haben“. Das hat sie schon mehrfach selbst beobachtet. Und: Die Stadt möge doch dann schneller die Scherben beseitigen. Überhaupt, in Erinnerung an den strengen Winter: „Die Schneeräumung kümmert sich eigentlich nur um Straßen und nicht um Fahrradwege.“ Ute Jakob liebt ihre Fahrräder und fährt sie das ganze Jahr. „Wenn eins kaputt ist, merke ich erst, wie unflexibel öffentliche Verkehrsmittel sein können. Man steht viel herum und wartet. Das passt so gar nicht zu meinem Gemüt!“

Radlerin d. Monats April 2010: Ute Jakob

Radlerin d. Monats April 2010: Ute Jakob