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move-„Radler des Monats“ im Oktober: Christoph Aly aus Schatthausen

move-„Radler des Monats“ im Oktober: Christoph Aly aus Schatthausen

move-Radler des Monats Oktober ist Christoph Aly aus Schatthausen. lesen Sie sein Porträt.

„Ich fahre fast jeden Arbeitstag zwischen Schatthausen und dem Bahnhof Wiesloch-Walldorf. Das klingt erst mal nicht viel: neun Kilometer hin, neun zurück, morgens leicht, weil abwärts, abends mit 80 m Höhenunterschied (und dem Arbeitstag auf den Schultern) ein wenig schwerer. Auf diese Weise kann ich die elementar notwendige körperliche Bewegung in den Weg zur Arbeit integrieren: das spart enorm Zeit. Im Urlaub erobere ich mir gerade auch das Radfahren: im Frühling war es auf Mallorca so schön, mit einem Alu-Renner von Max Hürzeler unterwegs zu sein, dass wir das jetzt, Anfang November, noch mal tun.“

Max Hürzeler, von dem unser „Radler des Monats“, der neunundfünfzigjährige Christoph Aly, so selbstverständlich spricht, ist ein bekannter Schweizer Radsportler der Achtziger Jahre, war Welt- und Europameister bei den sogenannten „Stehern“ – später gründete er ein Radtourismusunternehmen in Mallorca. Zurück zu C.A. Als Jugendlicher war er noch kein Radler: „Mich zog es mehr zum Moped und später zum Motorrad. Aber das hat sich geändert: meine BMW R 69, Baujahr 1955, habe ich dieses Jahr verkauft. Das war ein Schritt in die Zukunft!“ Denn mittlerweile bedeutet es ihm wesentlich mehr, 50 km zu radeln, als 250 km Motorrad zu fahren (was etwa gleich lang dauert).

Der begeisterte Gärtner und Imker, beruflich Biologe und Naturschutz-Beamter im Regierungspräsidium Karlsruhe, sieht das Radfahren „als Zwischenstufe zwischen laufen und fliegen. Es ist konzentrierte Bewegung, und Bewegung ist elementar wichtig für Körper und Geist. Bewegung macht gesund und glücklich. „Wer davon noch nicht überzeugt ist, dem empfehle ich das Buch ‚Superfaktor Bewegung‘: unglaublich, wie vielfältig positiv sich sportliche Bewegung auf Körper, Geist und Seele auswirkt.“

Beim Radfahren kommt für ihn das soziale Erlebnis, Teil der „Radfahrer-Community“ zu werden, dazu: „Man begegnet sich auf dem täglichen Weg und lächelt sich in dem kurzen Moment der Nähe zu, vor allem bei Regen; und in der S-Bahn gibt ein gutes Fahrrad oder ein Ausrüstungs-Detail Anlass zu interessanten Gesprächen.“ Wege, die von Radfahrern und Fußgängern gemeinsam genutzt werden sollen, hält er für gefährlich: der Geschwindigkeitsunterschied ist zu groß, es muss schnell reagiert werden, darauf sind die Fußgänger und ihre Hunde emotional nicht vorbereitet.

Eine große Hilfe ist ihm seine Fahrradbox beim Bahnhof Wiesloch-Walldorf: hier wird das Rad und die überzählige Kleidung sicher aufbewahrt, und bleibt auch über Nacht sicher, wenn die Weiterfahrt abends mal ohne Fahrrad erfolgt. Denn wenn es nass und kalt und dunkel ist, fährt Christoph Aly mit dem Bus: morgens mit dem Schnellbus, der sogar schneller wie sein Fahrrad ist, und abends mit dem „normalen“ 707er, wobei er hofft, dass es da auch mal einen „Schnellbus“ gibt, der die Baiertaler Schleife auslässt. Übrigens war er zunächst nicht sehr begeistert vom neuen „Fahrrad-Parkhaus“ am Bahnhof: wohin mit Regenhose und Handschuhen? Umso erfreulicher zwischenzeitlich zu hören, dass auch auf Wieslocher Seite einige Radboxen aufgestellt werden!

Christoph Aly rechts bei einer Radtour im Naturschutzgebiet Bruch bei Stettfeld

Christoph Aly rechts bei einer Radtour im Naturschutzgebiet Bruch bei Stettfeld