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move-„Radler des Monats“ im März: Hans-Michael Schalber

move-„Radler des Monats“ im März: Hans-Michael Schalber

„Meine persönliche Fahrradrenaissance begann vor rund 25 Jahren“, erzählt Realschullehrer Hans-Michael Schalber. Natürlich war er auch als Kind und Jugendlicher in Mannheim schon viele hundert, ja mehrere tausend Kilometer mit dem Fahrrad unterwegs. Dann, so etwa mit 16, verschwand das Rad aus seinem Leben: Moped, Motorrad, Auto standen zwei Jahrzehnte im Vordergrund.

Heute macht der 58jährige Wieslocher im Nahbereich fast alles mit dem Rad. Da ist zunächst die gut eineinhalb Kilometer lange Strecke zu Arbeit. Und natürlich Einkäufe und alle sonstigen alltäglichen Erledigungen in Wiesloch und Umgebung, sei es in Rauenberg, Dielheim, ab und zu auch in Walldorf oder Nussloch. „Bei Erledigungen in Mannheim oder Heidelberg nehme ich oft das Fahrrad in der S-Bahn mit, um dort flexibel zu sein“. Und dann kommen natürlich noch kleinere Freizeit-fahrten mit der Frau, Freunden oder manchmal auch alleine in den Kraichgau und in die Rheinebene, ab und zu auch ins Neckartal oder in den Odenwald dazu.

Auch größere Touren – so z.B. zusammen mit dem Sohn über die Schwäbische Alb an und um den Bodensee oder eine Tagesfahrt vom Schwarzwald nach Wiesloch – hat er bereits unternommen.

Was sind Hans-Michael Schalbers Hauptmotive fürs Radfahren? Er nennt sieben:

• „Freude an der frischen Luft und
• der Bewegung,
• Gefühl der Freiheit und Unabhängigkeit,
• mentale Nähe zur Umgebung (Orte, Menschen, Natur), in der man unterwegs ist,
• Prävention gegen Erkrankungen,
• körperliche Fitness ohne viel zusätzliche Freizeit für Sport aufbringen zu müssen;
• Kostenersparnis durch Autoverzicht“.

Er hat in den ganzen Jahren zwar schon manchen knurrenden Hund – „einmal hat mich sogar einer angesprungen“ – und etliche Autofahrer erlebt, die einen schneiden oder die Vorfahrt nehmen, aber er kann auch Positives berichten: „nette Autofahrer, die einen über den Zebrastreifen lassen, obwohl man keinen Anspruch darauf hat, oder, die auf ihre Vorfahrt verzichten, damit man z.B. an einem Berg seinen Schwung nicht verliert“ – Gerade das Letztere ist ja auf dem Weg zur Arbeit für Hans-Michael Schalber nicht unwichtig!

Zur Verkehrspolitik meint er, dass die Verkehrsinfrastruktur dahingehend geändert werden müsste, dass Radfahrer innerorts auf allen Straßen – abgesehen von wenigen Hauptverkehrs- bzw. Durchgangsstraßen – als gleichberechtigt zum Autoverkehr zu behandeln seien. Straßen in Wohngebieten müssten grundsätzlich als Fahrradstraßen (20 km/h) oder verkehrsberuhigte Straßen ausgewiesen sein, mehr und bessere Fahrradabstellmöglichkeiten bräuchte es in der Stadt, auch überdacht, Überquerungsmöglichkeiten an neuralgischen Punkten sollten verbessert werden, wie auch die Ausschilderungen. „Viele Menschen fahren in der Stadt kein Rad, weil sie die ganze Verkehrssituation als zu gefährlich empfinden, das muss geändert werden!“

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