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Move-Radler des Monats im August: Helmut Zimmermann aus Sandhausen

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Move-Radler des Monats im August: Helmut Zimmermann aus Sandhausen

5. August 2010

Der Radler des Monats August kommt aus Sandhausen, arbeitet in Wiesloch bei der Polizei und gehört zu den Freunden des Liegerads. Mehr

Als ehemaliger Marathonläufer der SG-Walldorf Astoria –Bestzeit 2:33 Stunden! – musste der aus Großeicholzheim im Odenwald stammende Helmut Zimmermann nach Hüftbeschwerden zur Entlastung mit dem Radfahren anfangen: „Das ist halt für die Gelenke wesentlich schonender“. So begann vor fast dreißig Jahren seine Radleidenschaft. Sein erstes Rad hatte „einen Stahlrahmen von Koga Miyata. Den verehre ich heute noch.“ Touren in der Garmischer Gegend, mit immer längeren Strecken, aber auch im Rhein-Neckar-Kreis und in Rheinland Pfalz wurden zur guten und schönen Gewohnheit. Der Königstuhl wurde sein Lieblingsberg – noch heute fährt er mindestens einmal die Woche zur Aussicht hoch.

Im jahrelangen polizeilichen Schichtdienst lernte er den Wert des Radtrainings kennen: „Ich konnte ja nie normale gesellschaftliche Verabredungen im Verein einhalten. Wenn andere arbeiten gingen, kam ich nach Hause vom unendlichen Nachtdienst und musste dann nachmittags mich sportlich betätigen.“ Heute arbeitet der 55jährige im Ermittlungsdienst im Wieslocher Revier. „Auch im Dienst fahre ich Rad. Im Stadtgebiet Wiesloch kann ich alle Aufträge, die z.B. keine Festnahme beinhalten, mit dem Rad, zeitsparend und umweltfreundlich, erledigen. Und ich habe immer einen Parkplatz!!!“

Seit längerem hat er sich der Mountainbikegruppe des DAV-HD (Deutscher Alpenverein) angeschlossen. „Mit der trainiere ich jeden Dienstagabend etwa zwei Stunden“. Er versucht das ganze Jahr zu fahren, das klappt meistens auch, „zumal wir hier keinen echten Winter mehr haben.“ „Von meinem Wohnort in Sandhausen fahre ich täglich zum Dienst durch die Nußlocher Wiesen, den Dämmelwald, das ist meine Grundversorgung für die Gesundheit, wenn ich das nicht mache, stelle ich schnell eine seelische und körperliche Unzufriedenheit fest“. Die Strecke beträgt täglich 15 km hin und zurück. Bei seinen Fahrten hat er die Natur kennen gelernt, die Jahreszeiten, die Tageszeiten, „unsere Mitbewohner in Feld und Flur, allein die Störche in den Nußlocher Wiesen mit meinem Freund Charlie der mich fast täglich gegenüber dem Racket-Center begrüßt, ist Gold wert für meine Gesundheit und Lebensfreude.“

Sein schönstes Erlebnis hatte Helmut Zimmermann mit seinem Liegerad (er besitzt insgesamt sieben Räder!): „Mit diesem sogenannten Ostrad fuhr ich im Jahr 2005 von Sandhausen bis in die Bretagne zu einer befreundeten Familie. Um Französisch zu lernen und meine Vorliebe für Frankreich zu stillen. Ich habe alles selbst geplant, 1070 km Strecke, über die Vogesen, südlich an Paris vorbei und nordwestlich bis zum Ärmelkanal/Bretagne. Sieben Fahrtage und ein Ruhetag südlich von Paris im Wald von Fontainbleau – ich musste schon an meine Grenzen gehen.“ Presse, Rundfunk und Fernsehen haben von der Tour in Frankreich direkt berichtet. „Der Zeitungsartikel hängt natürlich noch in meinem Büro in Wiesloch.“ Auch alle Einkäufe erledigt Z. mit dem Rad, dazu benutzt er ein sogenanntes Bäckerrad. „Das kostete 50.- Euro mit großem Korb, aus Diebstahlsgründen. Kann ich nur empfehlen. Ein gebrauchtes Rad tut nicht so weh, wenn wieder mal die Langfinger zuschlagen.“

Radler des Monats August 2010: Helmut Zimmermann

Radler des Monats August 2010: Helmut Zimmermann