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move-Newsletter Nr. 93 vom 22. Januar 2020

move-Newsletter Nr. 93 vom 22. Januar 2020

Liebe move-Interessierte,

wir möchten Sie heute über folgende Themen informieren:

  1. NO2-Belastung in Altwiesloch
  2. Mehr Haltestellenkomfort für Sinsheim-Pendler?
  3. Radparkhaus in der Altstadt
  4. Zwei potentiell verbesserte Radverkehrs-Verbindungen in Wiesloch
  5. Untere Fußgängerzone bleibt für Radfahrer gesperrt
  6. Wiesloch-spezifisches Kriterium für Erschließung durch den Bus?
  7. Ein Blick zurück: Aus dem move-Newsletter Nr. 1 vom 19. Dezember 2007
  1. NO2-Belastung in Altwiesloch

Die Landesanstalt für Umwelt Baden-Württemberg hat einen vorläufigen Jahresdurchschnittswert 2019 von 35 µg/m³ NO2 für die „Sondermessstelle“ in der Baiertaler Straße in Altwiesloch veröffentlicht. Der offizielle Jahresdurchschnittswert wird voraussichtlich erst Anfang Februar vorliegen, da das „Datenkollektiv Messjahr 2019 noch unvollständig“, d.h. noch nicht alles ausgewertet ist. Der offizielle Grenzwert liegt bei einer Belastung von 40 µg/m³ NO2 im Jahresdurchschnitt, der dürfte zum Glück in Altwiesloch nicht erreicht werden.

  1. Mehr Haltestellenkomfort für Sinsheim-Pendler?

Die neue Regiobuslinie 799 zwischen Sinsheim und Walldorf bedient in Wiesloch neben dem Bahnhof die Haltestelle Neues Sträßel., die dadurch eine deutlich größere Bedeutung u.a. für Sinsheim-Pendler bekommt. move hat deshalb angeregt, das bestehende Haltstellenschild durch ein Wartehäuschen und Fahrradbügel zu ergänzen. Die Stadtverwaltung hat eine wohlwollende Prüfung des Vorschlags zugesagt.

  1. Radparkhaus in der Altstadt

Die Planung für gesicherte Fahrradabstellmöglichkeiten für Dauerparker in der Altstadt machen Fortschritte. Die Verwaltung tendiert zu zwei separaten Standorten in bestehenden Parkhäusern mit Abstellmöglichkeiten für ca. 50 Fahrräder – inkl. Pedelec-Lademöglichkeit und Platz für Lastenräder. Das Thema wird voraussichtlich in der Sitzung des Ausschusses für Technik und Umwelt am 5. Februar behandelt.

  1. Zwei potentiell verbesserte Radverkehrs-Verbindungen in Wiesloch
  • Die neue Fuß- und Rad-Brücke über den Waldangelbach ist inzwischen installiert, kann aber noch nicht benutzt werden. Sobald die Anschlusswege fertig sind, entsteht damit eine günstige neue Radverbindung zwischen der Innenstadt und Frauenweiler.
  • Der Gemeinderat hat Mittel für eine Radquerung der Heidelberger Straße in Höhe Schillerstraße in den Haushalt für 2020 eingestellt. Damit entsteht voraussichtlich in diesem Jahr eine zusätzliche attraktive Radanbindung aus Richtung Altwiesloch in die nördliche Innenstadt und zu den Schulen und Sportanlagen. Die täglich zu beobachtende lebensbedrohliche Querungssituation dürfte damit schon bald Geschichte sein, und auch gehbehinderte Menschen können dann komfortabel von der Schillerstraße in die Innenstadt gelangen.
  1. Untere Fußgängerzone bleibt für Radfahrer gesperrt

Der Gemeinderat hat mit knapper Mehrheit entschieden: Die Fußgängerzone zwischen Leimbachbrücke und Adenauerplatz (zukünftig weiter bis zur Hesselgasse) bleibt weiterhin nur von 7 Uhr bis 11 Uhr für den Radverkehr freigegeben. Diese demokratische Entscheidung ist zu akzeptieren.

In der Debatte im Gemeinderat wurden die Ergebnisse der move-Radzählung vom Mai 2019 zitiert. Die große Zahl (mehr als 400) ordnungswidriger Durchfahrten zwischen 11 Uhr und 19 Uhr zeigten demnach keinen Radverkehrsbedarf sondern nur eine Ignoranz gegenüber Verkehrsregeln. Außerdem handele es sich nur um eine Momentaufnahme, da nur an einem Tag gezählt wurde. move schließt sich dieser Einschätzung nicht an.

OB Dirk Elkemann empfiehlt übrigens die Bergstraße als Alternative mit wenig Zeitverlust. Denjenigen, denen diese zu steil ist, schlägt er vor, durch die Fußgängerzone zu schieben.

Die SPD Wiesloch hatte übrigens parallel zum Abstimmungsprozess eine Onlineumfrage zum Thema veranstaltet, da die INSEK-Befragung kein eindeutiges Bild ergeben hatte. Ergebnis: 51 Stimmen für, 51 gegen eine Öffnung für den Radverkehr – offensichtlich besteht die Patt-Situation unabhängig von dem der fragt.

  1. Wiesloch-spezifisches Kriterium für Erschließung durch den Bus?

Laut Entwurf zur Flächennutzungsplanänderung für die Äußere Helde II kann dass das neue Wohngebiet durch die Haltestelle Messplatzstr. (am Palatin) für den ÖPNV erschlossen werde. Diese Haltestelle ist allerdings ca. 1 km Fußweg entfernt und bietet damit keine geeignete Erschließung. Der VCD hat eine entsprechende Stellungnahme dazu abgegeben.

  1. Ein Blick zurück: Aus dem move-Newsletter Nr. 1 vom 19. Dezember 2007
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Im kommenden Jahr wird ein Projekt mit dem Titel move in Wiesloch und Dielheim laufen, das mit „weichen“ Methoden die bekannten Verkehrsprobleme Altwieslochs, aber auch der gesamten Region Wiesloch/Dielheim angeht. Das Projekt move ist hervorgegangen aus dem Arbeitskreis Verkehrsentlastung der Lokalen Agenda Wiesloch.

move steht für MObilität bewahren – VErkehr sparen
move in Kurzfassung:
? Zielt auf die baldige Verbesserung der Verkehrssituation in Altwiesloch
? Hilft damit auch Verkehrsteilnehmern aus Balzfeld, Baiertal, Dielheim, Horrenberg, Schatthausen und ganz Wiesloch
? Läuft das ganze Jahr 2008
? Setzt auf vermehrte Bus- und Fahrradnutzung und Fahrgemeinschaftsförderung u.a.
? www.move21.de (in Vorbereitung)

Erster Schwerpunkt: Eine Kampagne „4 statt 5“, die das (nicht nur) morgendliche Nadelöhr Altwiesloch dadurch entlasten soll, dass möglichst viele Menschen dafür gewonnen werden, einmal in der Woche (gerne auch häufiger!) nicht alleine mit dem Auto durch Altwiesloch zu fahren. Alleine dadurch könnte schon ein wichtiger Beitrag zum Ziel geschafft werden!
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Die Verkehrssituation in Altwiesloch ist auch 12 Jahre später noch ein Dauerthema. Eingeführte Maßnahmen wie durchgehend Tempo 30 bis zum Palatin oder eine deutlich verbesserte Busverbindung nach Dielheim haben nicht zum Rückgang des Verkehrs geführt. Auch die intensiven move-Aktivitäten zur Steigerung der PKW-Insassenzahl (Zusteigermitnahme, MIFAZ, 4 statt 5, ..) haben keine nachhaltige Verhaltensänderung herbeigeführt. Immerhin ist die tägliche Verkehrsmenge entgegen der offiziellen Prognosen nicht noch weiter angestiegen, wie zwei durch move initiierte 24-Stunden-Verkehrszählungen in 2009 und 2012 ergaben. Nach wie vor stellen ca. 21.000 bis 22.000 Fahrzeuge täglich hier eine enorme Belastung dar.

Das ursprüngliche Mobilitätsprojekt move besteht seit dem Auslaufen der Förderung in 2011 weiter als Ortsgruppe unter dem Dach des VCD.


Herzliche Grüße von Ihren move-Sprechern

Wolfgang Widder und Manfred Stindl