Bild_kopf
Move-Kampagne „Öfter mal abschalten!“ zeigt Auswirkungen

Archiv:

Move-Kampagne „Öfter mal abschalten!“ zeigt Auswirkungen

28. Juli 2010

„Öfter mal abschalten“ zeigt Auswirkungen. Die Presse-Information zur Kampagnenbilanz finden Sie hier

move-Presseinfo

„Ich mach jetzt viel öfter den Motor aus, auch wenn ich noch nicht immer daran denke!“ – solche und ähnliche Aussagen waren öfter zu hören. Fast drei Monate lang wurden die Autofahrer in Wiesloch durch Plakate und immer wieder auch durch Handzettelaktionen an fünf Wieslocher Ampeln auf den Sinn des Motor-Abschaltens aufmerksam gemacht. Schon ab zehn Sekunden Wartezeit lohnt es sich – die Rotphasen an den Wieslocher Ampeln sind meist zwischen vierzig und neunzig Sekunden lang.

Move-Projektleiter Wolfgang Widder berichtet von der Auswertung der Kampagne: „Wir haben festgestellt, dass Anteil der abgestellten Motoren von unter 1% auf etwa 8% gestiegen ist“. Beobachtet und gezählt wurde das an den Fahrzeugen, die an Ampeln noch mindestens etwa zwanzig Sekunden Wartezeit vor sich hatten. Auch wenn Widder dabei einschränkt: „Durch unsere Anwesenheit wurde vielleicht der eine oder andere an die Kampagne erinnert und machte den Motor aus“, einen Erfolg sieht er im beobachteten Anstieg auf jeden Fall. Knapp 23% der befragten Autofahrer gaben an, die Kampagne wahrgenommen zu haben, immerhin die Hälfte dieser Gruppe hat vor, den Motorstop umzusetzen.

Widder ist sich klar darüber, dass der Effekt der Kampagne mit der Zeit wieder nachlassen wird – „Gewohnheiten zu ändern braucht eben auch Zeit!“ Sicher wird im Lauf der nächsten Jahre der Anteil der Fahrzeuge, bei denen der Motorstop automatisiert stattfindet, zunehmen. Aber bis zu einer 100%-Abdeckung wird es sicher noch 15 Jahre oder mehr dauern. Zeit genug, viele Tonnen Kohlendioxid – und Fußgängern und Radlern Autoabgase zu ersparen. In diesem Zusammenhang prüfte Andrea Gärtner, Fachbereichsleiterin der Stadt Wiesloch, die Kosten für Ampelanzeigen, die die Wartezeiten in Sekunden angeben: „Leider sind die Umrüstkosten dafür immens hoch, pro Kreuzung an die 20000 Euro. Sollten aber Neuanschaffungen nötig werden, sieht es besser aus, da die Mehrkosten gering sind.“

Die move-Kampagne, die von Zeit zu Zeit wiederholt werden könnte, war preiswert – zumal einige Aktivisten einige Stunden Freizeit opferten. Wolfgang Widder dankte Thomas Scheck – er absolviert sein freiwilliges ökologisches Jahr bei der Stadt – für die operative Unterstützung und wies zum Schluss auf den „Geldbeutel-Effekt“ des Motor Abschaltens hin: „Wenn man weiß, dass drei Minuten Leerlauf soviel Kraftstoff kosten wie ein Kilometer Fahrstrecke, lässt sich leicht ausrechnen, wie viel Spritkosten wir alle sparen können, durchs ÖFTER MAL ABSCHALTEN!“

28. Juli 2010