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move fordert: Verkehrsforum im Interesse Altwieslochs ernst nehmen

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move fordert: Verkehrsforum im Interesse Altwieslochs ernst nehmen

6. März 2011

In der „Wieslocher Woche“ findet sich ein Leserbrief, in dem die move-Beratungsgruppe sich für die Fortführung des Verkehrsforums einsetzt.

Leserbrief der move-Beratungsgruppe:

move fordert: Verkehrsforum im Interesse Altwieslochs ernst nehmen

Vor einem knappen Jahr lehnte die Mehrheit des Wieslocher Gemeinderats eine Altwiesloch-Umfahrung ab. Kurz danach wurde ein Paket mehrerer Maßnahmen geschnürt, das die nach wie vor hochbelastende Verkehrssituation in Altwiesloch verbessern soll. Darunter fällt das – auch von move vorgeschlagene – Verkehrsforum, dessen Zwischenergebnisse, nach drei Arbeitssitzungen, von Prof. Topp im Januar im Gemeinderat vorgestellt wurden. Diese Ergebnisse – eines Projekts, an dem viele Bürgerinnen und Bürger Wieslochs beteiligt waren und sind – lassen sich auf der städtischen Homepage einsehen. Angesichts der städtischen Finanznöte ist zu befürchten, dass dieses öffentlich eher noch wenig wahrgenommene Forum zum einen nicht fortgesetzt wird, zum anderen aber seine Vorschläge nicht die nötige Aufmerksamkeit finden, zumal ihre Umsetzung natürlich teilweise auch mit mehr oder weniger hohen Kosten verbunden sind. Angesichts der Problematik Altwiesloch wäre das ganz fatal.

Zunächst eine Begründung für die Fortführung des Forums: Zum einen konnte das Thema Schulverkehr aus Zeitgründen noch nicht behandelt werden – und der Schulverkehr hat bekanntlich einen gehörigen Einfluss auf die Altwieslocher Verkehrsbelastung. Allein dafür wären zwei Sitzungen sinnvoll. Zum anderen konnten etliche Fragen bisher nur angerissen werden, die eine vertiefte Behandlung benötigen. Insgesamt drei weitere Sitzungen sind daher unserer Meinung nach absolut sinnvoll und notwendig (ursprünglich war von acht Sitzungen ausgegangen worden).

Nun zu den bisherigen Ergebnissen: Da das Forum sich auftragsgemäß auch mit der gesamtstädtischen Verkehrssituation zu befassen hatte, wurden dazu mehrere substantielle Vorschläge verschiedener Art gemacht, die im Detail darzustellen hier zu viel Platz benötigen würde. Wir konzentrieren uns auf die Vorschläge, die für Altwiesloch Bedeutung haben. Das beginnt zunächst mit dem Vorschlag, die Einführung von „flinc“ zu unterstützen. Dieses neuartige System (www.flinc.org), das in den nächsten Wochen und Monaten bundesweit vorgestellt werden wird, verspricht unserer (und der des Verkehrsforums) Einschätzung nach, einen Beitrag zu einer zeit- und streckenweisen gemeinsamen Auto-Nutzung zu leisten. Dabei findet eine ‚Echtzeitvermittlung’ von Mitfahrgelegenheiten über die neuen Mobiltelefone oder Navigationsgeräte bzw. auch über Internet statt. SAP-seitig wird ein ähnliches System demnächst für die Mitarbeiterschaft eingeführt. Beide Systeme entsprechen dem Ziel, das move auch mit seiner Zusteiger-Mitnahme verfolgt. Dieses System, für das sich immerhin über 800 Menschen registrieren ließen, hat leider nicht den gewünschten breiten Erfolg gebracht (obwohl es von etlichen Menschen immer wieder genutzt wurde und noch wird). Wir hoffen, dass „flinc“ in der Breite erfolgreicher wird, nicht zuletzt bei jüngeren Menschen. Wir werden das zu unterstützen suchen (auch wenn der move-Etat der Haushaltsstrukturkommission zum Opfer fiel) und unterstreichen den Vorschlag des Verkehrsforums, dass die Stadt sich hier engagieren möge.

Wir halten es – weiterer Vorschlag des Forums – auch für dringend notwendig, seitens der Stadt die Möglichkeiten eines „Road Pricing“ – einer Maut – seriös zu prüfen und dazu mit den übergeordneten Behörden in Beratungen einzusteigen. Wir stellen uns dabei ein System vor, das auf den frühen Morgen an Schulwerktagen beschränkt ist, also die Zeit, in der die Belastung der Altwieslocher Bürger am höchsten ist. Die Maut-Einnahmen müssten selbstverständlich strikt zur Finanzierung von Verbesserungen der Verkehrsangebote (z.B. zusätzliche Kleinbuslinien, „Mobilpunkte“, bessere Rad-Infrastruktur etc.) genutzt werden. Wir sind uns klar darüber, dass ein solches System nicht mit offenen Armen empfangen wird – es wird aber einfach keine bessere, effektivere Lösung geben. Wir hoffen auf den Mut des Gemeinderats.

Zuguterletzt halten wir auch den Blick auf die Frage der Parkraumbewirtschaftung (einer Art unspezifischer Maut) für notwendig. Das Forum hat das auf den Bahnhof und das Schulzentrum bezogen. Was für die Mauteinnahmen gälte, gilt auch hier: Einnahmen sind zur Verbesserung der Verkehrssituation zu nutzen. Angesichts der schwierigen Haushaltssituation der Stadt sehen wir ansonsten hier gar keine Alternativen! Absurd finden wir in diesem Zusammenhang, dass der schöne neue Parkplatz an der nördlichen Seite des Bahnhofs, sicher für Hunderttausende von Euro angelegt, den Autofahrern kostenlos zur Verfügung gestellt wird. Das zumindest sollte sich doch noch ändern lassen!

Wir von move werden uns weiterhin dafür einsetzen: „Mobilität bewahren (und gleichzeitig) Verkehr sparen“ – und freuen uns weiterhin über Unterstützer und Unterstützung. Aber jetzt geht es uns erst einmal darum: Das Verkehrsforum ernst nehmen! Es reden doch alle von Bürgerbeteiligung….

Die Move-Beratungsgruppe: Conny Emegwele, Evelyn Hiedell, Gerhard Gebhard, Jürgen Grimm, Anne und Arndt Jacobi, Winfried Matt, Manfred Stindl, Udo Werner, Wolfgang Widder, Richard Ziehensack

Februar 2011