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Move bei Eis und Schnee

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Move bei Eis und Schnee

22. Januar 2011

Auch wenn die „Zusteiger-Mitnahme“ nun wirklich keine „Breitenwirkung“ erzielt hat -dass das System selbst bzw. gerade auch im Winter funktioniert, berichtet die Radlerin Anne Jacobi: „Move bei Eis und Schnee“.

Wiesloch, Dezember 2010: Die Fahrräder an den Firmen-Stellplätzen werden immer weniger, die letzten, die man noch sieht, haben Reifen mit Spikes dran. Mein Mann und ich werden mit dem Alter auch immer ängstlicher (oder vernünftiger?), also beschließen wir ebenfalls, dass wir bei dicken Schnee- oder Eisschichten doch lieber nicht mehr mit dem Fahrrad zur Arbeit fahren wollen. Wir haben mit der Move-Zusteiger-Mitnahme schon öfter gute Erfahrungen gemacht, also ist das jetzt die naheliegende Fahr-Alternative.

Die ersten paar mal versuchen wir noch, die Bus-Abfahrtszeit für den Notfall im Auge zu behalten, aber nachdem wir eine Woche lang an der Ringstraße mit unserem SAP-Schild maximale Wartezeiten von ca 3 min haben (z.T. werden wir schon nach 5 Sekunden mitgenommen), schauen wir gar nicht mehr auf die Uhr. Fast so flexibel wie mit dem Fahrrad! Es geht auch nur einmal schief, als wir so spät dran sind (ca 9:00), dass wohl schon alle Kollegen längst am Schreibtisch sitzen und wir tatsächlich den Bus nehmen müssen.7

Insgesamt fahren wir diesen Winter rund 15 mal mit Move zur Arbeit und wieder zurück. Dabei steigen wir aber nur ein einziges Mal in ein registriertes Auto ein, der Rest unserer Mitnehmer hat zT noch nicht mal von Move gehört. Der registrierte Kollege hat wiederum außer uns noch nie jemanden mit Move-Schild gesehen. Teilweise müssen wir Überzeugungsarbeit leisten, damit die freundlichen Mitnehmer nicht zu große Umwege extra für uns fahren. Einmal werden wir von jemandem von Walldorf nach Wiesloch gefahren, der uns erst unterwegs erklärt, dass er eigentlich gar nicht nach Wiesloch will, sondern nach Schwetzingen – „ist doch nur ein kleiner Umweg“. Ein anderer weigert sich, uns an einer für Fußgänger nicht vorgesehenen Kreuzung aussteigen zu lassen, und ändert extra seine Park-Strategie, um uns genau zum von uns gewünschten Ziel zu bringen.
So sind wir fast enttäuscht, als Schnee und Eis wieder nachlassen und wir uns wieder auf’s Rad schwingen können – radfahren ist zwar besser für die Fitness, aber Move macht auch Spaß.
Jetzt müssen wir nur noch überlegen, was wir mit dem gesparten Bus-Geld (gut 100 €!) machen werden …

Anne Jacobi