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Mobilitätsmanagement in der Nachbarschaft

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Mobilitätsmanagement in der Nachbarschaft

31. August 2009

Vorbildliches Mobilitätsmanagement in der Nachbarschaft betreibt immer wieder die Gauangellocherin Agathe Schott-Dussel.
Mobilitätsmanagement in der Nachbarschaft:
„Ich hab da so einen Spleen!“

Vielleicht ist es ja ihre Herkunft aus dem politischen Südbadischen: die Auseinandersetzungen um das Atomkraftwerk Wyhl spielten für die 45jährige Agathe Schott-Dussel in ihrem Leben eine große Rolle, „das hat bei mir einen ständigen Prozess des Nachdenkens ausgelöst, was ich selber tun könnte“. Hierher gehören dann die Fotovoltaikanlage oder auch die Regenwassernutzung. Seit einigen Wochen ist sie für die Zusteiger-Mitnahme registriert. „Wiesloch ist für mich eine sehr interessante Stadt, ich komme zum Einkaufen her, manchmal auch zum Frühstück mit Freundinnen.“ Auch wenn sie schon vorher gerne andere im Auto mitnahm: „Das System überzeugt mich“. Ihr „Spleen“, wie sie es zunächst selbst nennt, hat viel mit Verkehrsvermeidung zu tun, „auch wenn mich da manche schräg angucken“ – wozu es wirklich keinen Grund gibt: Die Gauangellocherin hilft in der Nachbarschaft und im Bekanntenkreis manchmal ein wenig nach, um das Mitnehmen, die Fahrgemeinschaftsbildung zu fördern. Sie nennt zwei Beispiele: „Zwei Bekannte von mir arbeiten beide in Walldorf, die eine klagt, dass sie fast anderthalb Stunden mit dem Bus unterwegs ist – sie hat kein Auto -, die andere hätte gerne mitgenommen, kennt aber niemand. Ich habe die beiden zusammengebracht, jetzt teilen sie sich die Spritkosten“. Im andern Fall hatte eine Nachbarin erzählt, dass sie von einer weiteren Nachbarin am Sonntagmorgen mit dem Auto zum Heidelberger Bahnhof gebracht werde. Und da sie selber von einer Freundin eingeladen worden war, zum gleichen Zeitpunkt nach Mannheim zu fahren, lag es einfach nahe, die beiden Fahrten zu einer zu machen. „Eigentlich doch selbstverständlich“, meint Frau Schott-Dussel, aber für viele wohl doch gewöhnungsbedürftig. Wir finden: Das gehört zu den Lernprozessen für uns alle!