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Fahrgemeinschaften am P+M-Parkplatz Rauenberg: Drei Porträts

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Fahrgemeinschaften am P+M-Parkplatz Rauenberg: Drei Porträts

17. August 2009

Drei Porträts zeichnet der Text „Fahrgemeinschaften finden immer mehr Anklang“ in der Wieslocher Woche vom 12. August 2009

„Vor drei Jahren konnte ich mir das noch nicht vorstellen“
Oliver Wellmann aus Horrenberg ist 34 Jahre alt und bildet seit etwas mehr als einem Jahr eine Fahrgemeinschaft. Er arbeitet wie sein Mitfahrer in Heidelberg-Handschuhsheim, allerdings nicht in der gleichen Firma: „Luftlinie 500 m trennen unsere Arbeitsorte“. 2-3 mal pro Woche treffen sich die beiden am P+M-Parkplatz in Rauenberg. „Wir haben uns zufällig im morgendlichen Stau getroffen und erst dabei entdeckt, dass wir den gleichen Weg haben“, erzählt der Bauingenieur. Die beiden kennen sich nämlich schon länger, sie spielen Tennis beim TC Leimbachtal Dielheim. Fahrgemeinschaft: Das wäre für ihn vor drei Jahren noch undenkbar gewesen. Und jetzt ist es umgekehrt: „Nach zuerst sechs Jahren Alleinfahren möchte ich jetzt die Fahrgemeinschaft nicht mehr missen“. Besorgungen legt er seitdem systematisch auf die „freien Tage“, die ja weiterhin bleiben. Die Chance, eventuell sein Rad in einer Box unterzustellen und dann am Morgen öfter mit dem Rad anzureisen, freut ihn: „Solche Modelle müsste es viel mehr geben“. Seine Sorge: Wenn die Fahrgemeinschaften sich noch mehr verbreiten, wird der Platz bald zu klein sein. Aber das wäre dann ein erfreuliches Problem!

Pünktlichkeit und Chemie
Holger Mengesdorf aus Wiesloch arbeitet im Außendienst. Mit einem Mühlhausener Kollegen bildet er seit rund zehn Jahren eine erfolgreiche Fahrgemeinschaft, 2-3 mal in der Woche trifft man sich in Rauenberg. Den Geschäftswagen nimmt der Kollege in der Regel mit nach Hause. Die Gelegenheit, wenn Radboxen installiert werden, in Zukunft mit dem Rad zu kommen und so häufig das Auto in Wiesloch lassen zu können, begeistert ihn. „Das ist das I-Tüpfelchen!“ Sein Vater schon hat über 35 Arbeits-Jahre eine Fahrgemeinschaft gebildet und war so ein gutes Modell. Und inzwischen ist Holger Mengesdorf selber Vorbild: Im Büro haben fast alle Kollegen ebenfalls Fahrgemeinschaften gebildet. Die Vermessungstrupps haben dabei eine günstige Ausgangsposition: Die Arbeitszeiten sind komplett einheitlich. Weiterer Erfolgfaktor im speziellen Fall seiner Fahrgemeinschaft, sicher übertragbar: „Wir sind beide sehr pünktlich“. Und die Chemie stimmt. Auch das ist unentbehrlich!

„Das war ein Glücksfall!“
Hans Förster (Name geändert) trafen wir am P+M-Parkplatz an der Autobahnausfahrt Rauenberg. Der 46 Jahre alte Mühlhausener arbeitet in Heilbronn. Mit öffentlichen Verkehrsmitteln hieße das, täglich zweimal rund zwei Stunden unterwegs zu sein. Mit dem Auto kommen täglich über 100 Kilometer zusammen, im Jahr also etwa 20000 km. Wenn davon ein gutes Drittel eingespart werden kann, entlastet das die Haushaltskasse merklich. Genau das gelingt Herrn Förster durch eine Fahrgemeinschaft, die inzwischen seit einem dreiviertel Jahr besteht. Es war ein schöner Glücksfall, dass ein Kollege in seiner Firma – “sogar auf dem selben Gang!“ – arbeitet, der das gleiche Interesse hatte. Er hat noch einen etwas längeren Weg, er wohnt in Kirrlach. Etwa dreimal die Woche fahren die beiden zusammen, mal mit dem einen, mal mit dem anderen Fahrzeug. Sein 10 Jahre jüngerer Kollege ist ähnlich flexibel, es kommt schon vor, dass betriebliche Belange erforderlich machen, auch mal eine Stunde aufeinander zu warten. „Sonst ginge es nicht“. Ein dritter Kollege, auch aus der Gegend, hat sich anders entschieden: „Ihm ist die Ungebundenheit wichtiger“. Försters Mitfahrer fährt zwar in der Regel etwas schneller, aber absolut umsichtig. „Sonst ginge das nicht. Man muß sich schon anvertrauen können!“. Und inzwischen hat er sich sogar ein wenig angepasst. Vor dieser Fahrgemeinschaft – Treffpunkt fürs „Parken und Mitnehmen“ (dafür steht P+M), wie gesagt, Rauenbergs Autobahnausfahrt – bestand für Herrn Försters Kollegen übrigens eine andere Fahrgemeinschaft. „Die starteten aber schon um halb sechs, und das war mir dann doch zu früh. Ich soll ganz grau ausgesehen haben an diesem Morgen!“