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Erste Erfolge zeichnen sich ab, aber ein langer Atem ist nötig

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Erste Erfolge zeichnen sich ab, aber ein langer Atem ist nötig

19. Januar 2009

Wolfgang Widder von der Verkehrsinitiative „Move“ zog im Wieslocher Ausschuss für Technik und Umwelt nach einem Jahr Bilanz

Quelle: RNZ vom 19.01.09

Wiesloch. (aot) Zwei Ziele hatte sich die Verkehrsinitiative „Move“ für 2008 gesteckt: Reduzierung des Verkehrs in Altwiesloch und eine Mobilitätsverbesserung in der ganzen Region bei gleichzeitig geringerem Verkehrsaufkommen. Wolfgang Widder, der Leiter des bisher von Land und StadtWiesloch gemeinsam getragenen Projektes, zog in der letzten Sitzung des Ausschusses für Technik und Umwelt Bilanz. Die Kampagne „4 statt 5“, die „Zusteiger-Mitnahme“ und die „regionale Mitfahrzentrale“ waren die drei großen Aktionen, mit denen man die gesteckten Ziele erreichen wollte. Bei „4 statt 5“ ging es darum, einmal in der Woche das Auto in der Garage zu lassen, öffentliche Verkehrsmittel zu benutzen oder mit anderen zusammenzufahren. Ob dies die mehreren hundert Teilnehmer auch wirklich praktiziert haben, sei nicht kontrollierbar, sagte Widder, es gebe aber Hinweise auf individuelle Verhaltensänderungen.

Bei der „Zusteiger-Mitnahme“, einer Form des sicheren Trampens, seien über 500 Anmeldungen registriert worden. Gestartet sei man auf der Strecke Schatthausen-Bahnhof mit etwa einer Mitnahme pro Tag. Für die Strecke Balzfeld-Bahnhof hätten sich noch nicht genügend Teilnehmer gefunden. Das Experiment befindet sich laut Widder noch im Anfangsstadium und man würde es gerne in diesem Jahr auf weitere Orte ausweiten. Die „regionale Mitfahrzentrale“ fand seinen Worten zufolge relativ geringe Beachtung. Mit 57 angebotenen regelmäßigen Fahrten und 42 Gesuchen könne sie noch nicht richtig genutzt werden. Mehr als bei den großen Maßnahmen, die einer gewissen Anlaufzeit bedürften, um ins öffentliche Bewusstsein zu rücken, sei „Move“ bei kleineren Aktionen und Initiativen erfolgreich gewesen. Dies waren die begleitende Radfahrgemeinschaft für Fünftklässler von Baiertal zum Schulzentrum Wiesloch, Walking-Bus-Linien (gemeinsames überwachtes Gehen von Schülern zu bestimmten Zeiten und mit gekennzeichneten Haltestellen), Elternhaltebuchten an der Wieslocher Gerbersruh- und Parkstraße, der Schnellbus von Schatthausen zum Bahnhof, Rad-Beleuchtungsaktion für Jugendliche, Geschwindigkeitsanzeigetafel und „Bischofsmützen“ zum Fußgängerschutz an der Dielheimer Straße, Motor-Stopp-Kampagne an der Baustelle Baiertaler Straße, Radkampagne „Fürs Klima auf Tour“ (Realschulklasse), Gutschrift von Punkten der WieslochCard für Busbenutzer und die Übersicht über die Wieslocher Bus-Haltestellen.

Als messbare Ergebnisse zeigte Widder auf, dass in den kritischen Zeiten am Morgen die Einzelfahrer deutlich abgenommen und die Staulängen sich verkürzt hätten. Wichtiger noch seien die Anstöße für eine neue Mobilitätskultur in der Region. So sei es gelungen, in der Öffentlichkeit eine hohe Präsenz zu zeigen (Presse, TV, Radio, Info-Stände), 100 Helfer zu gewinnen, den Bus- und Radverkehr zu stärken und zahlreiche Diskussionen anzustoßen.

Mehr sei in einem Jahr nicht zu erreichen gewesen und deshalb sei es wichtig, dass die Arbeit weitergeführt werde. Im Jahr 2009 sollen – bei Interesse – die Nachbargemeinden Walldorf und Rauenberg mit einbezogen werden, „Zusteiger-Mitnahme“ und „Mitfahrzentrale“ ausgebaut sowie verstärkt bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen geworben werden. Über alle Fraktionen hinweg fand Widder mit seinen Ausführungen große Zustimmung im Gremium. Man wertete positiv, dass er auch über Schwierigkeiten und Misserfolge berichtete. Eine Einschränkung erfährt die Arbeit, da in Zukunft nur noch 15 000 Euro im Jahr von der StadtWiesloch zur Verfügung stehen. Das Land hatte seine Förderung von vorneherein auf ein Jahr beschränkt.

Info: Am Donnerstag, 22. Januar, 19 Uhr, stellt Wolfgang Widder im Bürgerhaus Altwiesloch die Ergebnisse von „Move“ für 2008 detailliert vor.