Über einen “Erfolg der Evolution” findet sich ein Artikel in einem Bildband “Smart Move” der auf amüsante Weise das Fahrrad behandelt.
Quelle: Süddeutsche Zeitung 19./20.01.08 Alex Rühle
Das Rad neu erfunden: Eine kleine Evolutionsgeschichte des Fahrrads
Ein Buch über die Entwicklungsgeschichte des Fahrrads
Die Evolutionsgeschichte kennt immer wieder prachtvoll geglückte Momente. Plötzlich betritt da ein Wesen die Bühne des Lebens, das in sich so durchdacht ist wie eine Fuge von Bach, makellos in seiner Funktionalität und Schönheit. Das Farnkraut ist so ein Wesen. Das Fahrrad auch. Das heißt, vom Farnkraut wissen wir es eigentlich gar nicht, wir haben nur mal auf einem Schild im Botanischen Garten gelesen, dass es seit Hunderten von Millionen Jahren gleich aussieht. Vom Fahrrad aber schon: Es schmiegt sich schlank und edel in die Schöpfung, ohne ihr zu schaden.
Alles an ihm ist sinnvoll. Zugleich ist es von hoher ästhetischer Intelligenz, ja es ist weitaus schöner als das Farnkraut, das doch seit Jahrmillionen eher unauffällig am Straßenrand der Schöpfung vor sich hinsprießt. Bis auf den singenden Klang seiner Reifen und das geschmeidige Surren der Kette ist das Rad ganz und gar still. Es hinterlässt auch keine Spuren außer jenen im Gedächtnis seines Wirtstiers, mit dem es in enger Symbiose lebt: Es schenkt ihm Bewegung, Landschaftsrausch und anderweitige Glücksgefühle im Austausch mit Muskelkraft. Was das Verhältnis von Energie und Leistung angeht, so wurde von der Natur nie zuvor und nie danach Ähnliches entwickelt. Füttert man das Wirtstier mit dem Energiewert von einem Pfund Fett, so kann es mit seinem Fahrrad weiterfahren als alle anderen Geschöpfe: gut dreihundert Kilometer, also deutlich mehr als die beiden Nächstplatzierten, der Lachs und das Pferd.[…]
[…]Viel intelligenter ist da das silberne Sablière-Rad der Firma Mavic, das in der Mitte dieser Seite zu sehen ist. Schöner geht kaum: ein Aluminiumrahmen, dessen Sattelrohr geschmeidig um das Hinterrad herumfließt, unlackiert, wie Gott es schuf und schmal wie ein Geschwindigkeitsvektor. […]“Denn erst wenn das Fahrrad weder Transporthilfe noch Verkehrsmittel ist, erst wenn es ganz bei sich sein kann, tritt es in einer Reinheit in Erscheinung, die auch nicht durch den Schweiß desjenigen getrübt werden kann, der sich seinen zweckfreien Imperativen überlässt. Und diese lauten: Gleiten, Klettern und mit höchster Geschwindigkeit Hinabtauchen in die Tiefe des Seins.” So klingt das, wenn Philosophen Rennrad fahren. Sie rollen nicht wie unsereins ins Tal hinab, wo die Farne wachsen, sondern tauchen hinab in die Tiefe, in der das Sein sein Zuhause hat. Das Zitat entstammt einem Text des Wiener Philosophieprofessors und passionierten Radfahrers Paul Konrad Liessmann. Abgedruckt ist es in dem Bildband “Smart Move”, das die schönsten Fahrräder aus der Sammlung Embacher vorstellt. So wie Schmetterlingssammler nach edlen, seltenen Exemplaren jagen, sammelt der Erfinder und Architekt Michael Embacher auf seinem Dachboden seit Jahren seltene, schräge, mutig gescheiterte Fahrradkonstruktionen, Prototypen nobler Kleinproduzenten oder Einzelstücke, die in der Evolutionsgeschichte des Fahrrads keine Spuren hinterließen.
Smart Move: Kulturtransfer Verlag Wien; 248 Seiten; 49,50 Euro; zu bestellen unter www.smart-move.at
Am 4. und 5. Mai gibt es in Altwiesloch bei der Klasse 9d der Realschule, die sich damit ihre Abschluss-Klassenfahrt verdient (s. Bild). Für 4,50 Euro sind Sie dabei!
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Bilder von den move-Aktivitäten bei den Nachhaltigkeitstagen und das Programm.
Wer sich über den „Laufenden Schulbus“, das Ruftaxi, die Bahncard 100 oder neue Elektroräder informieren will, vielleicht auch neugierig ist, was sich hinter „flinc“ oder „matchrider“, „Chainglider“, „Lyrics-Rollern“ oder dem „iMiEV“ verbirgt, sollte am 20. und 21. April zur Volksbank kommen.
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