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Ein Bürgermeister und acht Schülerinnen sind „Radler des Monats“

Ein Bürgermeister und acht Schülerinnen sind „Radler des Monats“

„Ein Bürgermeister und acht Schülerinnen sind „Radler des Monats“ ist ein Artikel in der Wieslocher Woche überschrieben.

Ein Bürgermeister und acht Schülerinnen sind „Radler des Monats“
Zum Radfahrer des Monats November wurde Erwin Leuthe gekürt, demnächst ausscheidender Wieslocher Bürgermeister. Er fährt Rad, weil es Spaß macht und zur Gesunderhaltung beiträgt. „Ich bin ein Allwetterfahrer“, sagt er, “das ist nur eine Frage der richtigen Kleidung“. „Während der Zivildienstzeit in Holland, im Jahr 1974/75, habe ich das Radfahren für mich wiederentdeckt“, erklärt Erwin Leuthe. „Da habe ich gesehen, welch wichtige Rolle der Radverkehr im Rahmen des innerstädtischen Verkehrs spielen kann“. Er wurde Mitglied im Allgemeinen Deutschen Fahrrad Club (ADFC) und hat im Rahmen dieser Mitgliedschaft einige Fahrradfreizeiten organisiert. „Ich habe bereits eine gute Radverkehrsregelung vorgefunden, als ich nach Wiesloch kam“, findet Erwin Leuthe. So konnten zum Beispiel die Einbahnstraßen bereits in der Gegenrichtung befahren werden. An der Schloßstraße hat er dazu angeregt, die Position von Radweg und Autoparkstreifen zu vertauschen und die Aufstellung vor der Ampel für Radfahrer zu installieren, an verschiedenen Stellen sind bei Eckpunkten Bordsteine abgesenkt worden: Maßnahmen, welche die Sicherheit und Flüssigkeit des Radverkehrs erhöhten. Erwin Leuthe hat sich auch für gute Radwegverbindungen Nord/Süd und Ost/West durch Wiesloch eingesetzt. Auch die übergeordneten Wege lagen und liegen ihm am Herzen, wie der Radweg entlang der B3 nach Malschenberg oder der Weg am Schwimmbad vorbei. „Den größten Bedarf sehe ich in einem Steg, der von der Parkstraße geradewegs nach Walldorf führt“ sagt er, „und die Beleuchtung der Wege von Schatthausen, Dielheim oder Rauenberg nach Wiesloch, die auch von Schülern viel genutzt werden.“ Aber das ist aus Kostengründen derzeit leider nicht durchführbar.

Die acht Radlerinnen des Monats Dezember fahren auch im Winter gemeinsam zur Schule. Es sind Elena und Julia Gandert, Anja und Sarah Knopf, Annika und Mareike Lundbeck, Rebecca Tanriver und Mira Werner. Sie fahren täglich in einer kleinen Sternfahrt zum OHG. Vier kommen aus der Lempenseite, nämlich Annika und Mareike sowie Julia und Elena. Sie fahren an der alten Post und den Schrebergärten vorbei. In der Gartenstraße treffen sie um 7.35 Uhr Mira, Rebecca, Anja und Sarah. Anja und Sarah kommen aus der Schwetzinger Straße. Zusammen fahren sie die Bohn hoch. Die Bohn ist ruhig und morgens fest in der Hand der Schüler, ob zu Fuß oder per Fahrrad. Früher haben die acht Mädchen in der Bohn bergauf auf halber Höhe noch eine Pause gemacht. Heute sind sie besser im Training und fahren durch, allerdings gemütlich in zehn Minuten, aus der Lempenseite sind es insgesamt etwa zwanzig Minuten. Frisch und munter kommen sie in der Schule an.

Die acht machen dass seit der Einschulung im Jahr 2005 in wechselnden Besetzungen, Sommer und Winter. Die Rückfahrt geschieht meist in kleineren Gruppen, da nicht alle Mädchen gleichzeitig die Schule beenden. Wie kam es zu dieser Radfahrgemeinschaft? Nun, die Eltern wollen nicht, dass die Mädchen alleine fahren. Ohne die Gruppe würden sie mit dem Auto gebracht werden. Und der Schulbus ist aus dieser Richtung keine Alternative. Jedes Jahr helfen die Mädchen so mit, das Klima zu schonen und die Luftqualität in Wiesloch zu verbessern: Wenn man rechnet, dass durch ihre Radfahrten vielleicht 2-4 „Elterntaxis“ pro Schultag eingespart werden, kommt man auf gut 3000 km pro Jahr. In den letzten Jahren haben die Acht so deutlich mehr als eine Tonne Kohlendioxid einzusparen beigetragen! Was gibt es noch zu sagen? Natürlich gibt es auch ab und zu Pannen und Probleme: wenn eine zu spät kommt, wird es für alle knapp. Einmal war zum Beispiel einem Mädchen die Kette am Rad heruntergeflogen. Keine Probleme gab es bisher am OHG-Fahrradständer mit Vandalismus, was ja von anderen Schülern gelegentlich berichtet wird.

Vor allem auf dem Rückweg ist das gemeinsame Fahren eine gute Gelegenheit zu schnacken, sich über die Schule auszutauschen. Und das genießen alle!