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Die zwei Radlerinnen des Monats April: Birgit Wördehoff und Simone Soldner-Loescher

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Die zwei Radlerinnen des Monats April: Birgit Wördehoff und Simone Soldner-Loescher

8. Mai 2011

Radlerinnen des Monats April sind zwei Heidelbergerinnen, die in Wiesloch arbeiten: Birgit Wördehoff und Simone Soldner-Loescher. Lesen Sie die Porträts

Jeden Montag fahren die beiden befreundeten Heidelbergerinnen Birgit Wördehoff und Simone Soldner-Loescher mit dem Rad gemeinsam zur Arbeit im Psychiatrischen Zentrum in Wiesloch – da passen die Arbeitszeiten. Einziges Ärgernis: die vielen Scherben auf Rad- und Feldwegen. Auch an anderen Tagen nehmen sie – wenn auch alleine – oft das Rad, wobei der Rückweg oft in Kombination mit der S-Bahn zurückgelegt wird. Frau Wördehoff: „Für uns ist die S-Bahn Gold wert. Wir benutzen sie sehr häufig in Verbindung mit dem Rad, da man bequem und ohne Hindernisse ein und aussteigen kann und nicht vorbuchen muss, wie z.B. in den ICs“. Sie gehört zu den gar nicht so seltenen „Autolosen“: „Unser letztes Auto haben wir vor zehn Jahren verkauft“.

Freilich, als Ökostadt-Mitglied kann sie gelegentlich auf ein Teilauto zurückgreifen – und natürlich besitzt sie ein Job-Ticket. Beide Frauen sind auch innerhalb Heidelbergs fast nur mit dem Fahrrad unterwegs. Ihnen ist wichtig, was Frau Soldner-Loescher sagt: „Die Fahrten nach Wiesloch bedeuten für mich hauptsächlich körperlichen und seelischen Ausgleich und Natur-Genuss. Es tut mir einfach gut, mich morgens in der Natur auszupowern und dabei die jahreszeitlichen Veränderungen bewusst mitzuerleben.“ Birgit Wördehoff nennt einen weiteren Vorteil der gemeinsamen Radfahrten: “Gemeinsam ist es manchmal leichter den inneren Schweinehund zu überwinden!“ Und natürlich genießen die beiden die Unterhaltungen, „auch wenn wir dafür zusammen etwas langsamer sind“.

Beide Frauen sind schon als junge Menschen viel Fahrrad gefahren: „Als Jugendliche entdeckte und mochte ich sehr das Radeln in die 7 km entfernte Schule. Das hatte einen positiven Einfluss auf mein allgemeines Wohlbefinden und ich konnte das Gedrängel und die Umsteigerei bei der Fahrt mit öffentlichen Verkehrsmitteln vermeiden“, berichtet die Musiktherapeutin Soldner-Loescher. Ihre Kollegin ergänzt aus ihrer Erinnerung: „Meine Eltern haben immer darauf geachtet, dass mein Fahrrad fahrtüchtig ist und wenn die Beleuchtung nicht ging, dann musste ich sie gemeinsam mit meinem Vater reparieren.“ Zum Abschluß noch eine Kritik von Frau Wördehoff, die im ADFC aktiv ist und öfter Radtouren mitgestaltet: Sie berichtet von den Schwierigkeiten, wenn man mit seiner vierköpfigen Familie einen Urlaub mit Rad planen möchte: „Man muß bereits Monate vorher buchen. Da gibt es einfach viel zu wenig Fahrradplätze in den Zügen – und den ICE darf man ja gar nicht mit Rad benutzen! Das finde ich sehr schlecht, wenn wir als Gesellschaft für mehr Nachhaltigkeit sorgen möchten.“ Sie überlegt sich jetzt eine individuelle Lösung: „Vielleicht lege ich mir ein Faltrad zu.“

Simone Soldner-Loescher

Simone Soldner-Loescher

Birgit Wördehoff mit Sohn Hendrik

Birgit Wördehoff mit Sohn Hendrik