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Die Verkehrsinitiative Move hat ihr Hauptziel nicht erreicht – Projektleiter Wolfgang Widder hatte dem Ausschuss für Umwelt und Technik aber auch von einigen Erfolgen zu berichten

Die Verkehrsinitiative Move hat ihr Hauptziel nicht erreicht – Projektleiter Wolfgang Widder hatte dem Ausschuss für Umwelt und Technik aber auch von einigen Erfolgen zu berichten

„Verkehrsinitiative move hat ihr Hauptziel nicht erreicht“, betitelt die heutige RNZ ihren Text über den Bericht von move-Projektleiter Wolfgang Widder an den Ausschuss für Technik und Umwelt des Wieslocher Gemeinderats.

Die Verkehrsinitiative Move hat ihr Hauptziel nicht erreicht
Projektleiter Wolfgang Widder hatte dem Ausschuss für Umwelt und Technik aber auch von einigen Erfolgen zu berichten

Wiesloch. (aot) Die Verkehrsinitiative „Move“ hat ihr Hauptziel, den Verkehr in Altwiesloch mit „weichen Maßnahmen“ zu entlasten, nicht erreicht. Zu dieser Erkenntnis kam Move-Projektleiter Wolfgang Widder auf der letzten Sitzung des Ausschusses für Umwelt und Technik. Die absolute Zahl der Verkehrsteilnehmer sei nicht gesunken, die Anzahl der Fahrzeuge nur unwesentlich. Trotzdem gäbe es das morgendliche Stop-and-Go in der Dielheimer Straße weitgehend nicht mehr, ein nicht ganz einfach zu erklärendes Phänomen. Die Registrierungen bei der Zusteiger-Mitnahme-Initiative seien in diesem Jahr von 500 auf 800 angestiegen, haben damit aber das angestrebte Ziel von 1000 nicht erreicht. Die Zahl der tatsächlichen Mitnahmen steige kaum. Ebenso wenig gelang die Verdoppelung der Angebote bei der elektronischen Mitfahrzentrale MIFAZ. Ein weiterer Misserfolg war die Einbeziehung von Jugendlichen. Ob es sich bei diesem Ergebnis um „typische Anfangsschwierigkeiten auf einem langen Weg“ oder um eine gewisse „Move-Müdigkeit“ handle, ob das Potenzial ausgeschöpft oder die gewählten Strategien korrekturbedürftig seien, lasse sich gegenwärtig schwer abschätzen.

Es gab aber auch Positives zu berichten. Laut Widder konnte eine positivere Einstellung der Verkehrsteilnehmer hin zu umweltverträglichen Mobilitätsformen erreichtwerden. Dazu gehörte die zunehmende Akzeptanz beim „laufenden Schulbus“, die erhöhte Mitnahmebereitschaft bei Autofahrern, die stärkere Nutzung des ÖPNV und verändertes Fahrverhalten, zum Beispiel an Kreuzungen. Insofern mache es Sinn, die Arbeit von Move fortzusetzen. Widder hatte auch schon zahlreiche Vorschläge parat. Dazu gehörten ein verbessertes Sammelruftaxi, das den Benutzer bis zur Wohnung fährt, die Subventionierung oder Anschaffung von Pedelecs (Fahrrädern mit elektrischer Unterstützung), ein Handy_gesteuertes Mitnahme_ und Zusteigermodell und die Zusammenarbeit mit der SAP, die Modellcharakter für andere Großbetriebe habe.

Für die Situation in Altwiesloch, aber auch für die Verkehrsentwicklung der ganzen Region schlägt Widder ein Verkehrsentwicklungsforum nach dem Vorbild der Stadt Weinheim vor, um die städtischen und regionalen Ziele unter Einbeziehung „weicher Maßnahmen“ zu konkretisieren. Trotz der Misserfolgsmeldungen schätzen die Sprecher der Fraktionen die Arbeit von Move einmütig als erfolgreich ein und folgten dem Vorschlag Widders zur Fortsetzung der Arbeit mit Ausdehnung auf die ganze Stadt und auch auf die Region. Dr. Fritz Zeier (Freie Wähler): „Wir müssen Move beibehalten, um das Verkehrsverhalten der Bevölkerung beeinflussen zu können.“ Gerolf Sauer (CDU): „Auch wenn es nicht direkt sichtbar ist, wurde viel erreicht. Positiv ist, dass auch andere Gemeinden mitmachen.“ Richard Ziehensack (SPD): „Die einzelnen Bausteine müssen ausgebaut werden. Eine engere Zusammenarbeit mit Dielheim und Rauenberg ist notwendig.“ Kai Schmidt-Eisenlohr (Grüne): „Move hat zu Verschiebungen geführt, die die Gesamtsituation verändern.“

Quelle: RNZ vom 10.10.2009