Bild_kopf
Die Move-Radgruppe will 2009 wieder einiges bewegen

Die Move-Radgruppe will 2009 wieder einiges bewegen

Das Fahrrad soll als Verkehrsmittel aus der Nische herausgeholt werden – Optimierung bestehender Verbindungen und Radwegenetzplan

Quelle: Rhein-Neckar-Zeitung vom 7.1.09

Wiesloch. (towi) Die Verkehrsinitiative Move steht in der Öffentlichkeit eigentlich eher für Fahrgemeinschaften und die Zusteiger-Mitnahme. Doch auch Rad und Busfahren will man fördern. Dies komme in der Wahrnehmung oft zu kurz, berichtet Move-Koordinator Wolfgang Widder. Um die etwa zehnköpfige Radgruppe bekannter zu machen, stellte Widder zusammen mit dem vor kurzem aus dem Amt geschiedenen Bürgermeister Erwin Leuthe sowie den Radgruppen-Mitgliedern Uwe Schuhmacher und Gotthelf Kern ihre bisherigen Aktivitäten und Pläne für 2009 vor.

Fortgeführt werden zwei 2008 angelaufene Vorhaben: zum einen die Beleuchtungsaktion und zum anderen die geführte Radwegefahrgemeinschaft. An der Beleuchtungsaktion beteiligten sich knapp 30 Jugendliche, die gegen Nachweis einen Zuschuss zum Kauf von Fahrradlampen erhielten. Im Sommer/Herbst 2009 soll die Aktion laut Widder wiederholt werden. Die Radwegefahrgemeinschaft will man verstärkt als Konzept an den Schulen vorstellen. Eine Fragebogenaktion am Schulzentrum habe ergeben, dass viele Schüler mit dem Rad dorthin fahren würden, wenn sie dies nicht alleine tun müssten, sagt er. Daraufhin wurde eine Gruppe organisiert, die zusammen mit einem Lehrer eine Woche lang um 7.15 Uhr ab Baiertal nach Wiesloch fuhr. „Auch die Eltern sind beruhigter, wenn mehrere Kinder zusammen unterwegs sind“, erläutert Widder .Dafür habe Move auch eine Fahrradroute von Baiertal zum Schulzentrum ausgearbeitet und sie ins Internet gestellt. Der Vorteil sei, „dass sich die Schüler darauf einstellen konnten“. Man wolle im neuen Jahr mehr Routen konzipieren und ins Netz stellen, auch solche aus Dielheim und Rauenberg. Hier hakte Leuthe ein: Bei einer Verkehrszählung habe man festgestellt, dass sich die Jugendlichen morgens oft unterwegs treffen, um gemeinsam weiterzuradeln.

Der Radleranteil generell habe sich gegenüber der vorherigen Zählung von 103 auf 129 erhöht, was Leuthe positiv herausstellte. „Die Atmosphäre für alternative Verkehrsmittel ist durch die Move- Aktivitäten besser geworden“, meinte er. Daneben sei jeder Radler „ein Beitrag zur Entlastung des Nadelöhrs Altwiesloch“. Die Auszeichnung „Radler des Monats“, von Move verliehen, knüpft hier an. „Sie soll Personen würdigen, die mit dem Rad statt mit dem Auto fahren“, verdeutlicht Widder, und als gutes Beispiel für andere dienen. Deshalb solle sie auch 2009 fortgeführt werden. Vorschläge mit Begründung können bis zum 31. Januar an EMail info@move21.de geschickt oder unter Telefon 0 62 22/5 01 44 mitgeteilt werden. Zwei Schwerpunkte gibt es laut Widder bei den Aktivitäten der Move-Radgruppe im neuen Jahr: Radwege und Stimmung fürs Rad verbessern. Uwe Schuhmacher ergänzte, es gehe darum, „das Rad ein Stück weit gesellschaftsfähig zu machen“. Man wolle es „als Verkehrsmittel aus der Nische rausholen“. Es sei nicht nur ein Sportgerät. Man wolle Verbesserungen bezüglich Routen und Infrastruktur anregen, so Widder. Auch gehe es um eine Beteiligung an der Planung des neuen Bahnhofs. Daneben wolle man mit der Radgruppe in Walldorf kooperieren.

Bisher habe sich schon einiges „gut entwickelt, aber es gibt noch Nachholbedarf“, meint Widder. Und Leuthe ergänzt, man verstehe sich als „radpolitische Lobby, wolle Maßnahmen auflisten und Prioritäten setzen“. Es gehe um die „Optimierung bestehender Verbindungen“ und die Erstellung eines Radwegenetzplans im Dialog mit der Stadt. Die Radgruppe wolle dazu beitragen, Gefahrenpunkte zu entschärfen. Neu in diesem Jahr sind die „Feierabendtouren“. Nachdem der bisherige Radtreff „etwas eingeschlafen“ sei, solle er in dieser Form „wiederbelebt“ werden, Sagt Leuthe. Start ist ab April jeden 1. und 3. Donnerstag im Monat. Wenn er sich etabliere, könne man an eine Ausweitung denken. Leuthe zufolge soll es „eine gemütliche Truppe sein“. Man wolle den Radlern „interessante Touren“ näherbringen, neben Ausflugszielen auch Schleichwege für den Berufsverkehr. Nach den Worten von WolfgangWidder geht es weiterhin darum, die Neubürgerinfo der Stadt mit Radfahrinfos zu ergänzen. Man wolle vermitteln, „nicht gleich das Auto zu nehmen“. So denke die Gruppe an die Auflistung von Radwegen durch Wiesloch, die entsprechende Infrastruktur, Radständer oder Fahrradgaragen, sagt Uwe Schuhmacher. Zielrichtung ist für Leuthe die Arbeitsstadt Wiesloch-Walldorf. Diese solle von der Weinstadt aus gut mit dem Rad erreichbar sein, damit man das Auto zu Hause lassen könne.

090107-rnz-Die-move-radgruppe-will-2009-wieder-einiges-bewegen

090107-rnz-Die-move-radgruppe-will-2009-wieder-einiges-bewegen