Bild_kopf
Die Menschen wollen Mobilitätsdienstleister

Die Menschen wollen Mobilitätsdienstleister

Die Menschen wollen Mobilitätsdienstleiter“, so ist ein Artikel in der RNZ vom 26.11.09 überschrieben, der gut zur move-Philosophie paßt.

Die Menschen wollen Mobilitätsdienstleister
Experte Dirk Zumkeller stellte eine Prognose über die Entwicklung der Verkehrssituation in der Metropolregion bis zum Jahr 2030 vor

Von Peter Wiest

Weinheim. Wirklich überraschen konnte das nicht: Verkehrsexperte Dirk Zumkeller vom Karlsruher Institut für Technologie, den die Metropolregion mit einer Studie zur Aufstellung des so genannten „Integrierten Regionalverkehrsplans“ beauftragt hat, kommt zu dem Ergebnis, dass die Bevölkerung der Region bis 2030 leicht zurückgehen wird – und parallel dazu auch die öffentlichen Verkehrsbewegungen leicht abnehmen. Ob es dazu einer Studie bedürft hätte, blieb dahingestellt bei der gestrigen Sitzung des Planungsausschusses der Metropolregion, in der Zumkeller Ergebnisse vorstellte. Bemerkenswert allerdings eine andere Prognose der Studie: Während der Personenverkehr also leicht rückläufig sein wird, wird die Verkehrsbelastung durch Lkw in der Region sehr stark zunehmen.

Zumkeller stellt bis 2030 einen allgemeinen Trend zur „Urbanisierung“ in der Region fest: Die Bevölkerung wird in den kommenden Jahren in Ober- und Mittelzentren zunehmen, während sie in den ländlich geprägten Teilen der Region rückläufig wird. Klarer Trend zu den Städten und weg vom Land lautet also die Prognose – was natürlich Auswirkungen haben wird auf die Möbilitätsansprüche der Menschen. Diese werden nach Überzeugung des
Experten künftig nicht mehr nur ein einziges Verkehrsmittel nutzen, sondern sich mehrere bedienen. Einen „Trend zur multimodalen Verkehrsmittelnutzung“ nennt dies Zumkeller: Montags mit dem Rad zur Arbeit, dienstags mit dem Auto, mittwochs mit der S-Bahn. Darauf müsse sich das Verkehrsangebot einstellen – und künftig als „Mobilitätsdienstleister“ auf den Plan treten. Dinge wie Auto-Teilen, Leihradsysteme oder mehr Park &Ride sind hier die Stichworte.

Schließlich rechnet Zumkeller auch damit, dass die Ansprüche der Bevölkerung an die Mobilitätssysteme zunehmen werden. Dabei allerdings gehe es in erster Linie nicht um den Neubau von Maßnahmen, sondern um die verbesserten Nutzungsmöglichkeiten und Auslastungen vorhandener Strukturen, sagt die Studie. Gemeint seien damit Qualitätsverbesserungen beim bestehenden Verkehrsangebot, so der Experte – aber auch „verkehrsmittelübergreifende Maßnahmen“.

Der Ausschuss wird sich jetzt mit der Studie beschäftigen und dann über ihre konkreten Auswirkungen auf die regionale Verkehrsplanung diskutieren.

Quelle: RNZ 26.11.09