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Die Eierlegende Wollmilchsau – Zum Falten

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Die Eierlegende Wollmilchsau – Zum Falten

26. Juli 2010

„Die eierlegende Wollmilchsau – zum falten“ ist der interessante Beitrag eines „movers“ über Falträder überschrieben. Mehr

Erweiterte Mobilität durch vielseitige, erschwingliche Falträder

Vorschnelle Aussagen gibt es – wie in vielen Lebensbereichen – auch im Zusammenhang mit Fahrrad-gestützter Mobilität. Eine von ihnen lautet, dass für Falträder gilt: „Außerhalb asphaltierter Straßen tun sich Fahrer und Rad schwer und auch auf Asphalt rollen Falträder prinzipbedingt schlechter als Fahrräder mit größeren Rädern“. Bei einem Blick auf den aktuellen Markt für Falträder stellt sich die Situation jedoch anders da. Moderne Falträder eignen sich für eine Vielzahl von Verwendungen. Sie sind daher als ständiger Begleiter geeignet, der zu nahezu grenzenloser Mobilität verhilft. Anders gesagt: Die Klappräder der 70er Jahre sind in einigen Fällen quasi zu einer faltbaren, eierlegenden Wollmichsau mutiert.

Um aus dem großen Angebot an Falträdern geeignete Kandidaten auszuwählen, eignen sich wie bei allen Rädern unter anderem drei Fragen:

  • „Wer fährt?“ – Ist vor allem für die Rahmengeometrie wichtig, denn mit kurzen Beinen fährt es sich auf einem großen Rahmen schlecht.
  • „Wo wird gefahren?“ – Entscheidet beispielsweise über Ausstattungsmerkmale wie Federung oder Bereifung.
  • „Wie wird gefahren?“ – Trennt unter anderem den Rennradler vom Urlaubsradler mit Gepäck.
  • Antworten auf diese Fragen zeigen den Weg zu Fahrradtypen wie Rennrad, Mountainbike und Citybike.
    Bei Falträdern kommen zu den drei allgemeinen Radfragen drei weitere Fragen bzw. Aspekte hinzu. Alle drehen sich um das Falten, den wesentlichen Aspekt des Faltrades. Wer hier den eigenen Bedarf bzw. das eigene Können richtig beurteilt, kann sicher sein, sein Rad jederzeit problemlos und mit Freude einzusetzen:

  • Faltmaß – Allein aufgrund von Reifengrößen zwischen 16 und 28 Zoll unterscheiden sich Falträder hinsichtlich ihrer Transporteigenschaften.
  • Falttechnologie – Das Spektrum reicht vom Entriegeln eines einzelnen Spezialscharniers ohne Hilfsmittel bis zum Lösen mehrerer Schrauben mit geeignetem Werkzeug.
  • Faltzeit – Je nach Falttechnologie dauert es wenige Sekunden bis zu mehr als zehn Minuten bis ein Faltrad in ein mehr oder weniger handliches Paket verwandelt ist. Gleiches gilt für das Entfalten bzw. die Zeit bis zur Einsatzbereitschaft.
  • Aus den oben genannten Aspekten ergibt sich eine breite Palette an Faltradtypen wie beispielsweise den folgenden:

  • Pendlerrad – Ist mit seinen 16 Zoll Laufrädern kompakt genug für die Mitnahme im Bahnabteil, lässt sich problemlos und schnell auf dem Bahnhof falten bzw. entfalten. Bis zu Faltpedal und Faltlenkerstange auf Kompaktheit ausgelegt.
  • Streetbike – Benötigt für seine 20 Zoll Laufräder im Auto eventuell den gesamten Kofferraum, ist wenigen Sekunden auf- oder abgebaut; erlaubt dank Gangschaltung und Federung auch ausgedehnte, flotte Touren durch die Rush-Hour.
  • Reiserennrad – Hat 28 Zoll Laufräder, benötigt Werkzeug und mehrere Minuten Zeit um beispielsweise in einem Transportkoffer an den Urlaubsort verschickt zu werden.
  • Mittlerweile existiert für nahezu jede „klassische“ Radform eine Faltvariante bzw. findet sich nahezu jegliche „klassische“ Ausstattung auch an Falträdern. So existieren Faltvarianten für Mountainbikes, Liegeräder und Dreiräder (Trikes) bzw. finden sich Scheibenbremsen und Nabenschaltungen auch an Falträdern. Dementsprechend können Falträder in punkto Fahreigenschaften und anderen Merkmalen mit „klassischen“ Varianten mithalten. Dank ihres Faltbonus ermöglichen sie jedoch einzigartige Mobilitätsszenarien wie das folgende: morgens 30 Kilometer durch Wald und Flur zur Arbeit, abends mit dem Kollegen per Fahrgemeinschaft zurück – auf einem Rad mit Moutainbike-Geometrie, Federgabel, 26 Zoll Laufrädern mit Rennradbereitung und Ein-Scharnierfaltung (siehe Bilder).

  • [Bild 1: Faltrad mit 26 Zoll Laufrädern]
  • [Bild 2: Ein-Scharnierfaltung]
  • [Bild 3: Rad in gefaltetem Zustand]
  • Wie bei allen Rädern gilt für den Fahrradkauf: Am besten studieren und probieren. Als Informationsquellen eignen sich unter anderem Web-Seiten der Stiftung Warentest und des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club (siehe http://tinyurl.com/323kh9s und http://tinyurl.com/2wv7cp5), sowie das aus „Pendlerrad-Perspektive“ geschriebene www.das-faltrad.de und Faltrad-Foren wie www.faltradforum.de. Für das Ausprobieren bieten sich alle Radhändler aus dem Move-Bereich und die aktiven Move-Mitglieder an.

    Autor: einer der Wieslocher Fahrradkenner

    Bild 1_ Faltrad mit 26 Zoll Laufrädern

    Bild 1_ Faltrad mit 26 Zoll Laufrädern

    Bild 2_ Ein-Scharnierfaltung

    Bild 2_ Ein-Scharnierfaltung

    Bild 3_Rad in gefaltetem Zustand

    Bild 3_Rad in gefaltetem Zustand