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Ansprache von OB Schaidhammer – 7.2.08

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Ansprache von OB Schaidhammer – 7.2.08

9. Februar 2008

Ansprache von OB Franz Schaidhammer bei der Auftaktveranstaltung am 7. Februar 2008

„Lieber Kollege Weis, liebe Ortsvorsteher, Ortschaftsräte und Gemeinderäte aus Wiesloch und Dielheim, sehr geehrte Damen und Herren,

ich begrüße Sie zur Auftaktveranstaltung von MOVE. Ich freue mich besonders, lieber Kollege Weis, dass wir mit diesem Projekt unsere Nachbarschaft weiterentwickeln können. Move steht für „Mobilität bewahren“ und „Verkehr sparen“. Wir leben in einer Gesellschaft, deren Erfolg mit einer Mobilität zusammenhängt, die sich in den letzten Jahrzehnten unglaublich entwickelt hat. Das war vielleicht nur mit einem Verkehrsmittel wie dem Auto möglich. Wir leben aber gleichzeitig in einer Gesellschaft, die durch diese Mobilität, gerade auch durch die Auto-Mobilität, eine Menge Probleme bekommen hat. Jährlich sterben mehr Menschen im Verkehr als durch Mord und Drogenkonsum, und, vielleicht noch wichtiger, es sterben mehr Menschen an den Folgen von Lärm und Abgasen als durch die eigentlichen Verkehrsunfälle. Das ist eigentlich absurd für eine moderne Gesellschaft.

Hier in Wiesloch und Dielheim leben wir in einer Wohlstandsregion, worüber wir uns sicher alle freuen. Ein Preis dafür sind beträchtliche Verkehrsprobleme. Hier in Altwiesloch sind sie inzwischen unerträglich geworden. Sie alle wissen, dass eine Umgehungsstraße deshalb von vielen von uns, auch von mir, für dringend notwendig erachtet wird. Die Planungen dafür sind im Gange. Es ist aber uns allen klar, dass bis zur Realisierung einer Straße, unabhängig von der Variante, noch viele Jahre vergehen werden. Es wäre ein großer Erfolg, wenn wir 2018 so weit wären. Ich bitte Sie, die Lösung Umgehungsstraße nicht gegen das Projekt MOVE auszuspielen!

Nun ist die Situation hier im Ort, vor allem mit den morgendlichen Staus an Schulwerktagen, ja nicht nur für die Altwieslocher, sondern auch für die Dielheimer, Baiertaler und Schatthäuser, die hier täglich durch müssen, eine Belastung. Sie verlieren Zeit und sind auch im Auto den Abgasen ihrer Vorderleute ausgesetzt. Die sind bekanntlich im Stop-and-Go ca. 4x heftiger als bei flüssiger Fahrt.

Ich finde es sehr gut, dass sich nun ein Projekt darum kümmert, mit vielen sogenannten „weichen“ Maßnahmen schon in diesem Jahr – und das ist die entscheidende Trumpfkarte von MOVE! – eine erste Linderung der Situation in Altwiesloch, aber auch in der gesamten Region zu bewirken. Ich denke, dass ein erfolgreiches MOVE in den Jahren darauf Auswirkungen haben kann, die uns allen nützen.

Dem sozialen Experiment MOVE kann ich nur viel Erfolg wünschen; die Stadt Wiesloch wird dazu ihren Teil beitragen – Bürgermeister Leuthe ist ja von Anfang an in der Steuerungsgruppe dabei. Er, wie auch Dr. Brigitta Martens-Aly, die ebenfalls mitsteuert, gehörte mit anderen Wieslocher Bürgerinnen und Bürgern zum Arbeitskreis Verkehrsentlastung der Wieslocher Lokalen Agenda 21, aus der MOVE hervorgegangen ist.

Ich persönlich werde mich an der sogenannten Zusteiger-Mitnahme beteiligen, im Rahmen der sogenannten „4 statt 5“-Aktion, von beiden Stichworten werden Sie später noch mehr erfahren. Ich bitte Sie alle, sich zu überlegen, was ihr eigener Beitrag sein kann!“